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Einfrieren von Lebensmitteln – Vorbereitung, Verpackung und Kennzeichnung

Das Einfrieren in der Gefriertruhe bremst den Prozess, welcher Lebensmittel verderben lässt. Wie erfolgreich dieser Bremsvorgang wirkt und wie frisch die Nahrung nach dem Auftauen schmeckt, hängt dabei von unterschiedlichen Faktoren ab. Hierzu gibt es einige Maßnahmen, die beachtet werden sollten.

Vor mehr als Jahren wurden zum ersten Mal tiefgekühlte Produkte im Handel verkauft. Dies war in einem kleineren Lebensmittelgeschäft in Amerika – und galt hier als Innovation. Damit war eine neuartige Methode für die Haltbarmachung erschaffen worden. Dies war das Schockfrosten. Noch bis heute gibt es generell keine schonendere Art und Weise der Konservierung – und dies völlig ohne Konservierungsstoffe.

Einfrieren von Lebensmitteln

Einfrieren von Lebensmitteln @iStockphoto/lithiumcloud

Die wichtigsten Maßnahmen zum Einfrieren

Die Lebensmittel, die eingefroren werden sollen, sollten stets so frisch wie nur möglich sein. Je länger das Lebensmittel eingefroren ist, umso höher ist sein Qualitätsverlust. Dies äußert sich bei jedem Lebensmittel anders, dennoch gilt: je frischer, umso besser. Vor dem Einkaufen kann sich schon überlegt werden, welche Speisen haltbar gemacht werden müssen und welche nicht.

Die Vorbereitung für das Einfrieren ist von besonderer Bedeutung. Die Lebensmittel, die eingefroren werden müssen, sollten so gut wie möglich vorbereitet werden. Egal, ob das Produkt vorher getrocknet, geputzt, in Stücke geschnitten, blanchiert oder gekocht wurde, es sollte in jedem Fall in eine Gefriertüte oder in ein geeignetes Gefäß umgefüllt werden. Das Gemüse sollte generell vorher blanchiert sein, denn dadurch wird die Enzymaktivität vermindert. Diese kann erreichen, dass sich Geschmack und Farbe verändern und eventuell Vitamine verloren gehen.
Wenn die Nahrungsmittel gefriergeeignet verpackt sind, dann sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass weder Feuchtigkeit noch Luft durchdringen können. Ansonsten könnten die Nahrungsmittel die Vitamine verlieren oder es beginnt ein Gefrierbrand. Dieser entsteht, wenn zu viel Luft bzw. Sauerstoff an das Produkt gelangen kann und die Temperaturen im Gefrierschrank dadurch schwanken. Hierdurch trocknen die Nahrungsmittel aus und erhalten eine weißgraue Farbe. Die jeweiligen Stellen sind zwar ungesund, aber der Geschmack des leidet auf jeden Fall darunter. Daher sollten die Produkte stets luftdicht verschlossen werden – bestenfalls vakuumverpackt.

Um dem unappetitlichen Gefrierbrand bei Fisch oder Fleisch zu vermeiden, sollte rohes Fleisch oder Fisch vor dem Einfriervorgang stets vakuumiert werden. Einen solchen Service bieten viele Fischläden und Metzger an. Wenn die Nahrungsmittel zu Hause eingefroren werden, gilt immer, dass möglichst kleine Portionen eingefroren werden und das Hackfleisch sollte flachgedrückt werden, damit die Bildung von Bakterien reduziert wird.

Ein Gefäß oder die Gefriertüte darf niemals zu vollgefüllt sein. Es könnte dann passieren, dass sich wasserhaltige Nahrungsmittel beim Einfrieren ausdehnen. Daher könnte die Tüte oder das Gefäß platzen. Bei den Vorratsdosen kann sich bei einer zu großen Menge überdies der Deckel ablösen.

Ein wichtiger Aspekt beim Einfrieren der Lebensmittel ist immer die Kennzeichnung. In den Tiefen der Truhe kann schnell der Überblick verlorengehen. Daher ist es wichtig die Waren zu kennzeichnen. Dazu gehört das Einfrierdatum, die Mindesthaltbarkeit sowie der Inhalt.

Die Vorbereitung des Gefriergutes

Alle Lebensmittel sollten vor dem vorm Einfrieren vorbereitet werden, damit die Frische am besten erhalten wird. Wenn es nicht schon beim Einkauf vakuumiert ist, sollte Fleisch aus der Verpackung genommen und abgetupft werden und vor dem Einfrieren getrocknet werden. Kleinere Obststücke werden zuerst nebeneinander auf den Teller gelegt – in der Gefriertruhe werden sie zwei Stunden vorgefrostet und dann in die endgültige Verpackung gegeben. Auf diese Weise klebt es nicht aneinander. Frisch zubereitete Speisen oder Saucen werden gleich in die Verpackung geben, damit die Hitze der Nahrungsmittel Sauerstoff verbraucht und auf diese Weise den Vakuumeffekt gestattet. Nach dem Abkühlvorgang geht es in das Gefrierfach.

Wer frisch geschlachtetes Fleisch frisch halten möchte, sollte es vor dem Einfrieren einige Tage reifen lassen. Wenn das Fleisch vom Metzger bezogen wurde, ist dies bereits vorgereift, sodass gleich mit dem Gefriervorgang begonnen werden kann – je früher, desto besser.

Bei großen Fleischstücken sollte beachtet werden, dass es entsprechend länger für das Abtauen braucht. Das Fleisch sollte vor dem Einfrieren für kurze Zeit in Salzwasser gewaschen und gut getrocknet werden. Möglicherweise muss es zusätzlich zurechtgeschnitten werden. Auf diese Weise wird das außen anliegende Fett entfernt – vor allem, wenn das Fleisch länger eingefroren werden soll. Dies liegt daran, dass Fett selbst in eingefrorenem Zustand schnell ungenießbar wird. Auch die vorhandenen Knochenreste sollten weggeschnitten werden, da sie die luftdichte Umhüllung beschädigen könnten.

Zudem empfiehlt sich das Fleisch ohne Gewürze und Marinade einzufrieren. Verschiedene Marinaden können im gefroren Zustand den Geschmack ändern. Sollte nach der Grill-Session doch einmal mehr mariniertes Fleisch übrig sein, dann sollte es gegart und danach direkt in die Gefriertruhe gelegt werden. Das durchgegarte Fleisch bleibt auch eingefroren lange schmackhaft wie das rohe Lebensmittel.

Lebensmittel, die nicht zum Einfrieren geeignet sind

Blattsalate wie beispielsweise Kopfsalat, Eisberg oder Eichblatt werden wegen ihres hohen Wassergehalts durch das Einfrieren schnell matschig und sind nach dem Auftauvorgang nicht roh genießbar. Dies passiert auch mit Blattspinat. Hier ist es aber nicht so schlimm, da er ohnehin gekocht wird.

Rohe Kartoffeln sollten ebenfalls nicht eingefroren werden. Dies verlieren nach dem Auftauvorgang die Konsistenz und werden dann matschig. Außerdem ändert sich der Geschmack, denn die Kartoffeln schmecken durch das Einfrieren auffallend süß. Verarbeitete Kartoffelspeisen wie Pommes oder Kroketten können hingegen problemlos eingefroren werden.

Nicht alle Käsesorten sind zum Einfrieren geeignet. Frischkäse kann nach dem Auftauen ausflocken und ein Weichkäse ist dann matschig. Hartkäse dagegen kann ohne Probleme eingefroren und wieder aufgetaut werden. Dies ist sehr praktisch zum Beispiel, wenn bei einem Raclette zu viel Käse übriggeblieben ist. Jedoch verliert der Käse den Geschmack und wird meist auch ein wenig bröckelig, deshalb eignet dieser sich nach dem Auftauen nur zum Überbacken oder Kochen.

Eier sollten nie roh eingefroren werden. In der Tiefkühltruhe kann schnell die Schale platzen. Schon gekochte Eier werden durch das Einfrieren eher gummiartig. Nur aufgeschlagene Eier können einige Wochen lang eingefroren werden, um diese hinterher zum Kochen oder Backen zu verwenden.

Die meisten Milchprodukte, vor allem solche mit einem hohen Gehalt an Fett wie etwa Vollmilch, Sauerrahm, Sahne, Quark oder Joghurt flocken beim Auftauvorgang aus und bekommen eine eher grießartige Konsistenz. Allerdings sind diese Milchprodukte dennoch auch nach dem Auftauen noch essbar, wenn sich an der Konsistenz nicht gestört wird.

Gelatinehaltige Speisen wie beispielsweise Pudding, Süßspeisen oder Torten einzufrieren ist meist unvorteilhaft. Die Bindungen gehen beim Auftauen verloren und dann werden die cremeartigen Speisen flüssig.

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