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Natürliche Hausmittel gegen Erkältungen

„Ohne Arzt dauert ein Schnupfen eine ganze Woche, mit ärztlicher Behandlung nur sieben Tage.“

So sagt der Volksmund. Darin liegt mehr als nur ein Körnchen Wahrheit. Ob Schnupfen, Grippe oder grippaler Infekt: Tatsächlich kann die eigentliche Ursache einer Erkältung bis heute meist nicht direkt bekämpft werden. Für eine Erkältung ist häufig ein Virus verantwortlich, mit dem man sich bei anderen infiziert hat. Das bedeutet aber nicht, dass man der lästigen Krankheit schutzlos ausgeliefert ist. Unser Körper ist sehr wehrhaft und durchaus in der Lage, mit den Plagegeistern fertig zu werden, die uns eine laufenden Nase, Husten und andere unangenehme Dinge bescheren. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie wir unseren Körper bei seinem Kampf wirksam unterstützen können.

Über Hunderte, wenn sich sogar Tausende von Jahren wurden Hausmittel gegen die Erkältung ausprobiert, auf ihre Wirksamkeit getestet und das erworbene Wissen an die künftigen Generationen weitergegeben. Damit haben wir ein großes Arsenal an Möglichkeiten, wie wir unserem Körper helfend unter die Arme greifen und dabei auch die Symptome der Krankheit lindern können.

Die Allzweckwaffe: Hühnersuppe

Keine Erkältung ist wie die andere, und jeder Erkrankte leider mehr an diesen und weniger an jenen Symptomen. Eines der besten Mittel, welches ein Vielzahl von Erkältungs-Beschwerden lindert und das Gesamtbefinden verbessert, ist die gute, alte Hühnersuppe. Die Großmutter weiß es schon lange, und auch beispielsweise die Universität von Nebraska hat immerhin schon im Jahr 2000 herausgefunden: Hühnersuppe enthält zahlreiche Wirkstoffe, die den Verursachern der Erkältung entgegenwirken. So blockiert sie beispielsweise bestimmte weiße Blutkörperchen, die bei Virusinfektionen vermehrt produziert werden und Entzündungsprozesse begünstigen. Außerdem enthält eine Hühnersuppe das Eiweiß Cystein. Dieses wirkt wie ein Fels in der Brandung Entzündungen entgegen und hilft den Schleimhäuten beim Abschwellen.

Hühnersuppe

Hühnersuppe ©iStockphoto/martinturzak

Notfalls geht es auch mal als eine Instant-Suppe, am besten sollte die Suppe aber natürlich frisch gekocht werden! Vorausschauende Menschen bereiten sie zu, füllen sie kochend heiß in ausgekochte Gläser und lagern diese dann kühl. Um sie dann mit einem Gefühl unendlicher Dankbarkeit gegenüber sich selbst aus dem Schrank zu holen, wenn die Erkältung einen im Griff hat und Gliederschmerzen und Müdigkeit jede kleine Anstrengung zur Qual werden lassen… Dabei ist eine Hühnersuppe nicht schwer zuzubereiten: Ein Suppenhuhn in einem Topf Wasser zusammen mit etwas Suppengemüse, Salz und Pfeffer etwa 45 Minuten kochen – fertig ist die bekömmliche Kraftnahrung. Last but not least enthält eine gute Suppe notwendige Kalorien, welche der Körper gerade in Krankheitszeiten benötigt – auch wenn der Appetit eher bescheiden ist und der Geruchs- und der Geschmackssinn durch die Erkältung ein wenig blockiert sind.

Schnupfen – Da fehlt Salz: Wenn die Nase verstopft ist

In Apotheken und Drogerien findet man zahlreiche, zum Teil recht kostspielige Mittel wie Nasensprays und -Tropfen. In der Regel werden sie benutzt, um verstopfte Nasen wieder frei zu bekommen. Sie sorgen dafür, dass die angeschwollenen Schleimhäute abschwellen. Das funktioniert meistens auch ganz gut, allerdings sollten diese pharmazeutischen Mittel nicht zu lange angewendet werden, da sich ihr positiver Effekt ansonsten ins Gegenteil verkehren kann. Länger als eine Woche sollten die sogenannten Sympathomimetika nicht angewendet werden.

Dabei hat jeder das einfachste Mittel gegen verstopfte Riechorgane zu Hause: Gewöhnliches Kochsalz. Damit erstellt man eine Kochsalzlösung, die im Idealfall den Salzgehalt des menschlichen Körpers widerspiegelt (ca. 0,9 g Kochsalz auf 100 ml Wasser). Kochsalzlösungen gibt es natürlich auch in der Apotheke zu kaufen. Die richtige Mischung selbst zu finden ist aber nicht kompliziert: Einfach probieren! Schmeckt die Lösung so ähnlich wie das Wasser, das man zum Nudelkochen aufsetzt, liegt man in etwa richtig. Kochsalzlösung kann auch zur Vorbeugung genommen werden. Sie sollte aber auch nicht zu oft verwendet werden, da ansonsten die Schleimhäute in der Nase austrocknen könnten.

Gegen den Husten

Ein einfaches, aber wirksames Mittel ist ein selbst gekochter Zwiebelsirup. Zwiebeln enthalten viel Vitamin C (7,4 mg / 100 g), welches das Immunsystem stärkt, und große Mengen an ätherischen Ölen. Diese Öle helfen, den Husten zu lösen.
Zur Zubereitung benötigt man eine Zwiebel mittlerer Größe, welche fein gewürfelt wird. Auf die Würfel streut man reichlich Zucker und wartet ungefähr eine Stunde. Der ausgetretene Saft wird in kleinen Portionen über den Tag verteilt zu sich genommen.

Schweißtreibende Alternative: Auch Lindenblütentee ist eine empfehlenswerte Möglichkeit, den Hustenreiz abzumildern und das Abhusten zu erleichtern. Die enthaltenen „Schleimstoffe“ wirken auch den Halsschmerzen entgegen, die man häufig bei Erkältungen verspürt. In erster Linie wirkt der Tee aus Lindenblüten wärmend und schweißtreibend. Am besten, man genießt ein bis zwei Tassen Tee und legte sich dann ins Bett. Über den Tag können bedenkenlos bis zu drei Tassen Lindenblütentee getrunken werden. Die Zubereitung ist denkbar einfach: Man nimmt entweder zwei Teelöffel frische Lindenblüten, oder einen Teelöffel getrocknete, und brüht sie mit kochendem Wasser auf. 10-15 Minuten ziehen lassen: fertig! Nach Geschmack kann man die Suppe mit Ingwer oder Chilli verfeinern – das schmeckt nicht nur würziger und aufregender, es wirkt auch zusätzlich entzündungshemmend.

Halsschmerzen: Some like it hot: Was hilft gegen Halsschmerzen?

Es gibt keine gute Stelle, um Schmerzen zu haben, aber der Hals ist mit Sicherheit eine der ungemütlicheren. Schmerzen beim Essen, Trinken und manchmal sogar nur beim Atmen machen einem das Leben zur Hölle. Wärme hilft meistens! Warme Halswickel von außen, einen schönen, heißen Tee von innen, und dann ab ins Bett! Das lindert den Schmerz und tut gut. Ein gut geeigneter Tee ist beispielsweise Fencheltee. Der Geschmack ist und bleibt Geschmackssache, aber er beruhigt den gereizten Hals. Verfeinert man ihn mit ein wenig Honig, kommt dessen antibakterielle Wirkung noch hinzu. Und nicht nur so manches Kind mag seinen Tee eben lieber ein wenig süßer… Das gilt auch für den Klassiker Kamillentee. Auch dieser desinfiziert. Findet man dessen Geschmack eher zum Ausspucken, kann man das gerne tun – aber nicht, bevor man ausgiebig damit gegurgelt hat! Muss man nicht nur das Bett, sondern sogar das Haus verlassen, sollte man stets daran denken, seinen Hals mit einem Schal oder zumindest einem Halstuch zu bedecken.

Gemüse ist gesund – selbst wenn man es nicht isst, sondern es sich auf die Ohren legt

Ohrenschmerzen sind ähnlich beliebt wie Zahnschmerzen. Schmerzen an Stellen im Kopf, die nicht direkt mit Tees, Salben oder anderen lindernden Mittel erreicht werden können – was man auch nicht probieren sollte. Zum Glück gibt es alte und bewährte Hausmittel, die helfen: Einfach 1-2 kleine Kartoffeln sehr weich kochen und den Brei in ein weiches Tuch streichen. Dieses legt man sich auf das schmerzende Ohr. Der Brei sollte warm, darf aber nicht zu heiß sein! Wie jeder Koch weiß, nehmen Kartoffeln Wärme nur langsam auf, geben sie dafür aber auch langsam und gleichmäßig wieder ab. Wohltuende Wärme klingt nicht nur gut, sie fühlt sich auch so an!

Ist man erkältet, sollte man immer genügend Zwiebeln im Haus haben. Sie helfen nicht nur gegen Husten. Auch gegen Ohrenschmerzen sind sie ein Klassiker! Eine Zwiebel kleinschneiden, die Stücke erwärmen und in ein Tuch (z.B. Geschirrtuch) legen. Dieses sollte in etwa eine halbe Stunde lang auf dem betroffenen Ohr fixiert werden, beispielsweise mit einem leichten Verband. Neben der Wärme wirken die ätherischen Öle der Zwiebel antibakteriell.

Gewickelt, nicht gerührt

Wärme tut gut. Manchmal ist die Bettdecke nicht genug und eine Wärmflasche wirkt nur punktuell. Da helfen Kartoffel- oder auch Quarkwickel. Die Kartoffeln werden wie bei der Auflage für die Ohren gekocht und zerdrückt. Die Menge muss natürlich angepasst werden, je nachdem, ob man sich den wärmenden Wickel auf den Hals, die Brust oder den Rücken legen möchte. In ein großes Tuch gewickelt, aufgelegt und dann ab unter die Bettdecke! Alternativ kann man auch Quark verwenden: Einfach auf ein Tuch oder auf eine Mullbinde ungefähr einen Zentimeter dick aufstreichen, um die betroffene Stelle wickeln, mit einem Schal oder einer Decke bedecken und mindestens eine halbe Stunde wirken lassen.

Hat einen die Erkältung so richtig fest im Griff, kann zu den anderen lästigen Symptomen Fieber hinzukommen. Fieber ist nicht immer schlecht, es ist eine wirksame Waffe des Körpers gegen Viren und andere unerwünschte Eindringlinge. Wird es aber zu hoch oder dauert zu lange, kann es sinnvoll sein, es mit Hilfe einfacher Hausmittel ein wenig zu senken. Die Anwendung ist simpel: Ein Handtuch wird in lauwarmes – keinesfalls kaltes! – Wasser getaucht, um die nackten Waden gewickelt und am Ende mit einem trockenen Tuch bedeckt. Fühlt sich der Wickel warm an, sollte er gegen einen frischen ausgetauscht werden. Mit dieser Methode kann man seine Körpertemperatur um bis zu einem Grad Celsius senken – daher sollte sie wirklich nur bei Temperaturen von über 39 Grad angewendet werden.

Frisches gegen Kopfschmerzen

Als ob Hals- und Gliederschmerzen noch nicht genug wären, gehen mit einer Erkältung häufig auch Kopfschmerzen einher. Schnell hat man zur Schmerztablette gegriffen, dabei ist das oft nicht notwendig. Ein paar Tropfen Pfefferminzöl auf die Schläfen und die Stirn geträufelt und einmassiert haben nicht nur einen wunderbar erfrischenden, kühlenden Effekt, sondern lindern auch den Schmerz.

Den Ganzkörperschmerz in der Wanne ertränken

Gliederschmerzen sind eine ebenso lästige, wie leider auch häufige Begleiterscheinung einer Erkältung. Bevor man zu Schmerzmitteln greift, kann man sich auch einfach ein warmes Bad gönnen. Umgeben vom warmen Wasser, dringt die wohltuende Wärme gleichmäßig in die schmerzenden Glieder und lindert so das Leid. Badezusätze, die ätherische Öle enthalten, verstärken diese Wirkung, fördern die Durchblutung und wirken entspannend auf verkrampfte Muskeln. Das Wasser sollte in etwa 37-38 Grad warm sein, das Bad nicht länger als zehn Minuten dauern. Bei Fieber sollte man besser ganz darauf verzichten, da man ansonsten Probleme mit dem Kreislauf bekommen kann.

Schlaf: Das Land, wo Milch und Honig fließt – im Land der Träume

Schlaf ist wichtig, gerade für kranke Menschen. Wenn die Nase läuft und der Hals kratzt, tut man sich aber häufig schwer mit dem Einschlafen. Neben allgemeinen Entspannungsübungen hilft auch hier verlässlich ein altes Hausmittel: Heiße Milch mit Honig. Etwas Milch erhitzen und pro Glas einen großzügigen Teelöffel Honig einrühren, dann so heiß wie möglich trinken. Neben einem wohltuenden Gefühl im Hals wirken die Inhaltsstoffe antibakteriell und fördern das Schlafbedürfnis auf sanfte und angenehme Weise.

In der Ruhe liegt die Kraft…

…und auch der Weg zur Genesung. Körperliche Anstrengung ist der Feind des Heilungsprozesses. Was für so ziemlich jede Krankheit gilt, stimmt auch und gerade bei Erkältungen: nicht zu viel vornehmen, öfters mal die Beine hochlegen, ausreichend schlafen und gesund essen! Selbst wenn die Nase (noch) dicht ist und man kaum etwas riecht: Frische Luft ist wichtig! Auch bei einer Erkältung muss die Wohnung ausreichend und regelmäßig gelüftet werden. Dabei sollte man sich warm anziehen und darauf achten, dass man nicht in der Zugluft sitzt. Fühlt man sich ein wenig besser, sollte man es mit der Ruhe nicht übertreiben, sondern der frischen Luft entgegen gehen und einen kleinen Spaziergang machen. Nicht zu weit und mit passender Kleidung.

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