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Dieter Müller

Der Guide Michelin zählt ihn zu einem der besten 16 Köche der Welt. Seine Restaurants erlangen nahezu sofort Kultstatus unter den Gourmets auf der ganzen Welt. Seine Bücher erfreuen sich sowohl bei ambitionierten Hobbyköchen, als auch bei renommierten Kollegen größter Beliebtheit. All das und vieles mehr ist Dieter Müller. Der herausragende Spitzenkoch verbindet in seinen kulinarischen Meisterwerken das unmögliche – Die deutsche Küche wird mit internationalen Reminiszenzen harmonisch vereint und in einer zukunftsweisenden Präsentation, die jedoch niemals die Traditionen der Vergangenheit aus den Augen verliert, auf den Teller gebracht.

Eine Kindheit zwischen Topf und Kochlöffel

Einer der bekanntesten deutschen Köche, Dieter Müller, kam am 28.Juli 1948 in der kleinen Ortschaft Auggen in Baden zur Welt. Damit legte ihm das Schicksal die Liebe zur Gastronomie, die natürlich nicht ohne Spitzenweine auskommt, in die Wiege. Seine Eltern führten in dem nahegelegenen Weinort Raich eine kleine Pension mit einem angeschlossenen Restaurant. In dem „Lug ins Land“, in dem die typisch badische Hausmannskost auf der Karte stand, verbrachte der zukünftige Koch seine ersten Jahre. Wie für ein Kind von arbeitenden Eltern üblich, nahm Dieter schon früh an dem Kochbetrieb teil. Bereits mit acht Jahren schwang er den Kochlöffel in der Gasthausküche, wo ihn sein Vater helfend in die Grundlagen der hohen Kunst des Kochens einwies ohne dabei den Experimentierdrang seines Sohnes zu bremsen.

Lehrjahre sind keine Herrenjahre

In der Landhauptschule, die Dieter Müller 1963 erfolgreich abschloss, war er als kreativer Schüler bekannt, dessen Werke aus dem Malunterricht die Wände des Schulgebäudes schmückten. Seine Lieblingsbeschäftigung spielte sich jedoch außerhalb eines Ateliers und auch außerhalb der heimischen Küche, auf dem Fußballfeld ab.
Auf Anraten seines Vaters hin, begann der Ausnahmekoch seine berufliche Laufbahn eine Lehre als Koch im beschaulichen Hotel Bauer in Müllheim in Baden. Das Talent zeigt sich bereits in dieser Zeit – die Lehre beendete er 1966 mit Auszeichnung, wobei er mit seinen Prüfungsergebnissen zu den drei besten Schülern der Hotelfachschule Heidelberg gehörte. Zwei Jahre lang verblieb der Meisterkoch im Familienbetrieb, bevor er den Wehrdienst in Esslingen antrat. Auch hier ließen die Lorbeeren nicht lange auf sich warten: Bereits nach drei Monaten im Dienst des Vaterlandes konnte sich seine Küche stolz als die beste Bundeswehrküche bezeichnen.

Köstliche Reisen durch Europa

Fois gras, Crème fraiche, weißer Trüffel – die klassischen Ingredienzien der französischen Küche lernte Dieter Müller im Schweizer Hof in Bern kennen, wo er nach dem Wehrdienst beim renommierten Koch Ernesto Schlegel unterkam. Seine bisherige Sichtweise auf die Küche, die vor allem von den gutbürgerlichen Klassikern Deutschlands geprägt war, wurde hier durch die neuen Perspektiven und Ausblicke auf die Probe gestellt.
Um weiter in das herrlich duftende Reich der Haute Cuisine einzutauchen, wechselte Dieter Müller 1972 nach Korfu. Hier auf der griechischen Insel, wo der Kontrast aus blendend weiß getünchten Häusern und dem blitzblauen Himmel und Meer alles andere in den Schatten stellt, weitert er im Hotel Miramare Beach sein Wissen und Können aus.

Die ersten Schritte in die Selbstständigkeit

„Die Schweizer Stuben“ in Wertheim-Bettingen werden von Dieter Müllers Bruder Jörg betrieben. 1973 bittet er seinen Bruder ins heimische Baden zurückzukehren und ihm helfend zur Hand zu gehen. Der Betrieb ist einer der ersten deutschen Häuser, die sich an die aufkommende Nouvelle Cuisine heranwagen. Biologische Zutaten aus regionalem Anbau, die möglichst naturbelassen auf den Tisch kommen, und die Vereinfachung der Kochvorgänge verwandeln landestypische Gerichte in einen Genuss für Gaumen und Augen. Der Wagemut der beiden Brüder, die sich in der deutschen Provinz von den handwerklichen Traditionen abkehren, wird 1974 mit einem Michelin-Stern belohnt. Auf diesen folgt nur drei Jahre später ein zweiter, der das kleine Lokal zu einer kulinarischen Attraktion von Baden-Württemberg macht.

Nach dem Ausstieg von Jörg Müller betreibt Dieter Müller die „Schweizer Stuben“ bis 1990. In diesen Jahren avanciert er zu einem Stern auf Deutschlands Gourmethimmel: Die dreimalige Auszeichnung als „Koch des Jahres“ und die Bewertung des „Feinschmecker“ mit 19,5 von 20 Punkten bleiben bis heute unerreicht.
Danach folgen Stationen in der ganzen Welt, wo Dieter Müller der internationalen Society die neue deutsche Küche näher brachte. Australien, Japan, USA, Frankreich und Thailand – in den luxuriösen Restaurants der internationalen Hotelketten Hilton und Ritz Carlton zeigt der erfolgreiche Deutsche, was sich unter den Topfdeckeln des europäischen Landes verbirgt und wird damit zur Gallionsfigur der deutschen Spitzengastronomie.

Eine kulinarische Bibliographie

1988 veröffentlicht Dieter Müller sein erstes Buch. Das unter dem schlichten Titel „Das Dieter Müller Kochbuch“ im Heyne Verlag erschienene Werk wird mit der Goldmedaille der Gastronomischen Akademie Deutschland ausgezeichnet. 180 Rezepte, die auf großformatigen Fotos in der typisch schlichten Präsentationsmanier zeigen, begeistern mit der laiengerechten Anleitung zu den Spitzen der französischen Küche. Erst zwölf Jahre später, im Frühjahr 2000 kommt das zweite Kochbuch des Meisters auf den Markt. „Geheimnisse meiner Drei-Sterne-Küche“ lautet der vielversprechende Titel, der von dem „Prix la Mazille International“ als weltweit bestes Kochbuch ausgezeichnet wird.

Chefkoch

Chefkoch ©iStockphoto/Kondor83

Sieben weitere Werke folgen und finden mit der einfachen Bildsprache, der einzigartigen Präsentation der Gerichte und natürlich auch zahlreichen Tipps und Tricks unzählige ihren Weg in viele deutsche Küchen. Einen Rückblick in die Vergangenheit und einen optimistischen Blick in die Zukunft unternimmt die Autobiographie „Dieter Müller – Wie Deutschland genießen lernte“. Im Roman mit Rezepten verfolgt man nicht nur den Lebensweg eines Ausnahmetalentes nach, sondern lernt auch die Geschichte der deutschen Küche kennen, die sich binnen von vier Jahrzehnten vom einfallslosen Toast Hawaii und einem Käseigel zu fein abgeschmeckten Currys mit Zitronengras und Wagyu-Rinderfilets, die im Vakuum zubereitet werden, entwickelte.

Kreativität und Tradition

Die nächste Station führte Dieter Müller in das idyllische Bergisch Gladbach, wo er 1990 als Küchenchef und Patron beim weltbekannten Hotelier Thomas Althoff einstieg. Hier leitete er, nach den beendeten Renovierungsarbeiten ab 1992 das „Gourmetrestaurant Dieter Müller“ im imposanten Herrenhaus aus dem 19. Jahrhundert, in dem das mit fünf Sternen ausgezeichnete Schlosshotel Lerbach untergebracht war. In dem an den englischen Landhausstil angelehnten Bauwerk erlangte dieses Haus dank dem kreativen Gastronomen 1993 seinen ersten Michelin-Stern. Ein Jahr später zeichnete ihn der französische Verlag mit einem zweiten und 1997 mit einem dritten Stern – und damit der höchsten Auszeichnung unter den Köchen – aus. Diese Ehre, die bislang nur zwei anderen Deutschen zuteilwurde, katapultierte ihn endgültig in die Liga der Küchenlegenden. Auch die Althoff-Gruppe, die das Hotel führt, konnte sich mit dieser Auszeichnung über die meisten Michelin-Sterne Europas unter seinen Fittichen freuen.

Mit seinen außergewöhnlichen Kreationen schaffte es der Betrieb mit vier Hauben und drei Michelin Sternen ausgezeichnet zu werden. Dieter Müller zog sich bereits 2008 aus dem aktiven Küchenbetrieb zurück, schenkte jedoch dem Luxushotel seinen Namen und förderte die dort ansässige Kochschule. Endgültig trennten sich die Wege zu Beginn des Jahres 2010.

Die nächste Generation

2005 erfüllt sich Dieter Müller einen langgehegten Traum und eröffnet die „Kochschule Schloss Lerbach“. In den renovierten ehemaligen Stallungen wird in Zusammenarbeit mit visionären Küchenausstattern eine Küche der Zukunft errichtet. Hier, in einer von Traditionen und Innovationen getränkten Atmosphäre, finden individuelle Kochkurse, Schulungen und Tagungen statt, mit denen der Gourmetkoch sein Wissen und seine Philosophie an andere weitergibt.

Trotz seines Rückzugs aus der Althoff-Gruppe, möchte Dieter Müller seine Ideen weiterhin der breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Im idyllischen Odenthal-Glöbusch, einer Kleinstadt in der Nähe von Leverkusen, eröffnet der Koch gemeinsam mit seiner Frau Birgit im Jahre 2010 „Dieter Müllers Kochschule“. Hier werden in der privaten Küche des Meisters kulinarische Träume von maximal zwölf Teilnehmern wahr, die neben dem Haubenkoch aus regionalen Zutaten der Saison einzigartige Gourmetspeisen zaubern.

Auf zu neuen Ufern auf der MS EUROPA

Der letzte große Coup des deutschen Spitzenkoches ist ein Gourmettempel auf dem legendären Kreuzfahrtschiff MS EUROPA. Im „Restaurants Dieter Müller“, der auf dem Flaggschiff von Hapag Lloyd Kreuzfahrten, eröffnet hat, bringt man seit 2010 die Haubengastronomie auf die sieben Weltmeere. Der Chef persönlich bekocht dort an 70 Tagen pro Jahr die Luxusreisenden auf dem einzigen Fünf-Sterne-Plus Kreuzfahrtschiff mit seinen exklusiven Menüs. Die Dinner finden in dem neu gestalteten Restaurant, das von der eleganten Kombination aus roten Wänden und dunklem Holz dominiert wird, mit 26 Tischen statt. Neben Klassikern, wie Tartar und Carpaccio dürfen sich die Urlauber, die es schaffen einen der begehrten Plätze zu ergattern, auf Wildlachs mit Graupenrisotto und einer frischen Basilikum-Olivenöl-Emulsion beim exklusiven Abendmenü freuen.

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