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Was ist Infused Water und wie bereite ich es zu?

Mindestens zwei Liter Flüssigkeit soll jeder Mensch pro Tag zu sich zu nehmen. Wer körperlich arbeitet oder regelmäßig Sport treibt, braucht deutlich mehr. Mit diesem vielen Wasser versorgen wir unsere lebenswichtigen Organe, das Gehirn gehört auch dazu, und wir spülen damit Schad- und Giftstoffe aus unserem Körper. Schon nach zwei Tagen ohne Wasser kann eine lebensbedrohliche Situation eintreten. Deshalb ist Wasser Leben. Doch so viel Wasser zu trinken, fällt nicht jedem leicht, insbesondere bei älteren Menschen müssen wir gezielt darauf achten, dass sie stets genug trinken. Um hier für mehr Motivation zu sorgen, wurde „Infused Water“ erfunden.

Wir finden in unserem Kühlschrank immer Zutaten, die dafür taugen, aus einfachem Leitungswasser leckeres Infused Water zu zaubern. Im Ergebnis ist Infused Water sehr kostengünstig und wir können selbst darüber bestimmen, wie viele Kalorien es haben soll. Neben der Flüssigkeitszufuhr sorgen wir auf diese Weise noch für eine gute Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen.

Was ist Infused Water?

Wir kennen es aus dem guten Restaurant, wo das Mineralwasser mit einer Zitronenscheibe aufgewertet wird. Es ist nicht verboten, diese gute alte Tradition auch zu Hause anzuwenden, mehr noch, wir lassen unserer Fantasie und unseren Vorlieben freien Lauf und schauen mal nach, was sich außer der Zitronenscheibe noch so alles für unser Glas Wasser eignet. Infrage kommen zum Beispiel Obst- und Gemüsestückchen oder Kräuter. Infused Water ist also nicht mehr und nicht weniger als geschmackvolles Wasser.

Infused Water

Infused Water ©iStockphoto/a_namenko

Das englische Wort „infused“ darf in diesem Zusammenhang mit „aufgegossen“ übersetzt werden. Und genau darum geht es: Klein geschnittenes frisches Obst und Gemüse werden mit (stillem) Wasser oder Mineralwasser aufgegossen, um es sogleich zum Ziehen ein paar Stunden in den Kühlschrank zu stellen.

Zitrone, Apfel, Wassermelone, Ingwer, Minze, Gurke, der fantasievollen Wahl der Zutaten sind praktisch keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist nur, dass die Zutaten frisch sind und dass konsequent auf einen Zusatz von Zucker oder Süßstoff und vor allem Alkohol verzichtet wird. Der angenehm frische Geschmack trägt nachweislich dazu bei, dass die Menschen in Summe mehr trinken und dadurch gesünder leben, was auch einen großen volkswirtschaftlichen Vorteil mit Blick auf die Entlastung der Krankenkassen darstellt. Anders als Säfte und Softdrinks enthält Infused Water, abgesehen von einem geringfügigen, natürlichen Traubenzuckeranteil, keinen Zucker und daher fast keine Kalorien.

Im Übrigen sind es auch oftmals unsere Kinder, die zu wenig trinken. Mit buntem, wohlschmeckenden Infused Water lässt sich die Situation auf einfache Weise nachhaltig verbessern.

Wirkungsweise von Infused Water

Zunächst einmal besteht die große Chance, dass mit diesem Wunderwasser der tägliche lebensnotwendige Flüssigkeitsbedarf eines Menschen problemlos gedeckt werden kann. Durch die individuelle Auswahl beliebter Zutaten ist für jede Geschmacksrichtung gesorgt, sodass das Trinken von Infused Water leicht zur täglichen Gewohnheit wird. Durch die Eigenherstellung hat man jede Freiheit, über den Geschmack, den Süßegrad und den eventuellen Gehalt an Kohlensäure selbst zu bestimmen. Wer etwas Gewicht verlieren möchte, ist gut beraten, dauerhaft von der Limonade auf das zuckerfreie Infused Water umzusteigen.

Selbst hergestelltes Geschmackswasser enthält keine Farb-, Konservierungs- oder Aromastoffe, sofern man darauf achtet. Stattdessen kann das eigene Wasser den Stoffwechsel ankurbeln, die körperliche Entgiftung unterstützen, die Regeneration und damit sogar (wie ein Jungbrunnen) den Prozess der Alterung verlangsamen.

Dies liegt daran, dass die Zutaten einen Teil ihrer Vitamine, Mineralstoffe (Eisen, Magnesium, Jod), Spurenelemente und Antioxidantien ans Wasser abgeben. Letztere schützen unsere Zellen vor den aggressiven chemischen Angriffen durch freie Radikale, Vitamine und Carotinoide verfügen zum Beispiel über solche antioxidative Wirkungen. Gerade unmittelbar unter der Schale beispielsweise eines Apfels befinden sich diese wertvollen Stoffe, die als Antioxidantien bezeichnet werden. Gemäß der Angaben von Ernährungsexperten geben Früchte in etwa 20 Prozent ihres Vitamingehalts an das Wasser ab, wobei gerade die gelösten Antioxidantien mit dem Wasser vom Körper optimal aufgenommen werden können. Besonders gut gelingt dies bei Obst- und Gemüsesorten, die von sich aus schon einen hohen Wassergehalt haben.

Der gesundheitliche Nutzen von Infused Water im Überblick

– Wegen des besseren Geschmacks und des ansprechenden Aussehens erfolgt eine deutliche Steigerung der Flüssigkeitsaufnahme.
– Wer Infused Water trinkt, greift seltener zu zuckerhaltigen Limonaden oder Säften.
– Infused Water enthält in aller Regel keine künstlichen Aromen, Farbstoffe oder Konservierungsstoffe.
– Die Flüssigkeit zügelt den Appetit und regt je nach Zutat die Verdauung an.
– Die Zutaten geben Vitamine, Mineralien, Spurenelemente und Antioxidantien ans Wasser ab. Die Stoffe werden vom Körper gut aufgenommen.

Was sich als Zutaten für Infused Water zum Beispiel sehr bewährt hat, das sind Zitronen beziehungsweise Limetten in Kombination mit Gurken und einer verdauungsfördernden Ingwer-Verfeinerung. Darüber hinaus darf es auch noch frische Minze sein, denn ihre ätherischen Öle sind gesund für Haut und Schleimhaut, insbesondere jene der Atemwege. Eine andere beliebte Kombination ist Heidelbeere mit Rosmarin. Heidelbeeren zählen mit ihrer hohen antioxidativen Wirkung zu den sogenannten Superfoods und schützen das Herz-Kreislauf-System, während Rosmarin nicht nur regenerierend und entspannend wirkt, sondern auch die Konzentrations- und Gedächtnisleistung fördert.

Eine dritte herrliche Kombination besteht aus Grapefruit und Minze. Gerade die (hübschere) rosafarbene Grapefruit enthält besonders viele Antioxidantien, während die Minze zugleich beruhigend, krampflösend und schmerzlindernd wirkt.

Besonders gut geeignete Früchte für Infused Water:

– Äpfel
– frische (gegebenenfalls tiefgefrorene) Beeren
– Birnen
– Grapefruit
– Kiwi
– Limetten
– Mango
– Melonen
– Orangen
– Papaya
– Zitronen

Auch einige Gemüsesorten, Kräuter und Gewürze sollten hier als Geschmacksträger explizit genannt sein:
– Basilikum
– Estragon
– Fenchel
– frischer Ingwer
– Kardamom
– Lavendel
– Minze
– Rosmarin
– Salatgurke
– Sellerie
– Thymian
– Zimtstangen

Ist Infused Water zum Abnehmen geeignet?

Ja, Infused Water gehört unter den Methoden zum Abnehmen zu den sogenannten Detox-Varianten. Wie sollte es anders sein, dieser Trend hat sich in den USA längst etabliert und ist nun gerade dabei über den „Großen Teich“ nach Deutschland zu schwappen. Je nach Zutat ist Infused Water ein Fettkiller, Detox-Drink oder Energie-Booster.

Die meisten Diäten sind mit einer Durchspülung des Körpers verbunden, das heißt, es muss viel getrunken werden. Die tägliche Flüssigkeitsmenge pendelt dabei um drei Liter, eher mehr als weniger, denn wer einen vollen, aufgeblähten Magen hat, leidet weniger Hunger. Wenn das Getränk schmeckt, können wir mehr davon trinken. Zudem unterstützt eine reichliche Wasserversorgung die Fettverbrennung, denn das Trinken von Wasser verbraucht Energie, in Zahlen: Wer drei Gläser Wasser trinkt, verliert dabei 200 Kalorien. Kaltes Wasser entzieht dem Körper Wärme und wirkt daher noch mehr als Kalorienmagnet. Allerdings muss man hierbei gut aufpassen, sich keine Halsentzündung oder Bronchitis einzufangen.

Zubereitung von Infused Water

Es gibt dafür spezielle Karaffen, die mit einem integrierten Behälter für das Obst oder Gemüse versehen sind. Das eigene Infused Water kann aber auch in einem einfachen Glas zubereitet werden, um es später vielleicht in einer gut verschließbaren (Glas)Flasche zum Sport mitzunehmen. Von Behältern aus BPA (Bisphenol A gehört zu den Diphenylmethan-Derivaten) raten wir unbedingt ab.

Erlaubt ist alles, was schmeckt, denn nur dann wird auch wirklich viel getrunken. Dabei müssen alle Zutaten erst einmal gut gewaschen werden. Zitrusfrüchte können mit ihrer Schale in das Wasser gelegt werden, aber in diesem Fall sollten unbedingt Bio-Produkte verwendet werden, da hierbei die Wahrscheinlichkeit, dass die Produkte mit Pestiziden in Berührung gekommen sind, minimal ist. Hundertprozentig ausschließen lässt sich das aber leider nicht. Bananen kann man zwar verwenden, aber diese Früchte neigen dazu, im Wasser Klumpen zu bilden.

Als konkretes Zubereitungsbeispiel sei hier das Gurkenwasser präsentiert. Dazu verwendet man geschälte oder ungeschälte Gurkenscheiben, die mit Wasser oder Mineralwasser aufgegossen werden, um das Ganze dann im Kühlschrank einige Stunden lang ziehen zu lassen. Gerade Gurken enthalten selbst schon sehr viel Wasser und eignen sich daher besonders gut zur Zubereitung von kalorienarmem Infused Water (100 Gramm Gurke enthalten nur 13 Kalorien).

Neben Vitamin C und E liefern Gurken die Mineralstoffe Kalium, Magnesium und Silizium, wodurch sie isotonisch wirken. Auch hier gilt wieder: Die wertvollen Inhaltsstoffe stecken in und unter der Schale. Deshalb empfehlen wir, die Gurken nicht zu schälen. Wie oben hingewiesen, sollen die Gurken gut gewaschen werden, was aber nicht allzu viel hilft, wenn die Gurken bereits in ihrer Wachstumsphase mit Pestiziden oder Fungiziden in Berührung gekommen sind. Daher sollten für Infused Water auf jeden Fall unbehandelte Bio-Gurken verwendet werden.

In den Social Media Netzwerken wie Facebook, Instagram und Co. hat sich in der Sache ein weiterer sehr interessanter Trend breitgemacht, den man mit den Worten „Die Nase und das Auge trinken mit“ umschreiben könnte. Durch das Hinzufügen von frischem und farbenfrohem Obst und Gemüse strömt unser Wasser einen ansprechenden Duft aus und es sieht zudem appetitlich aus. So sind auch den optischen Variationen keine Grenzen gesetzt.

Gurkenwasser mit Minze und Zitrone zeigt sich in einem gelbgrünen Ton, die Kombination Erdbeeren, Kiwi, Wassermelone macht aus Rot und Grün einen bräunlichen Ton. Selbstverständlich sind die entstehenden Farben auch ein Ergebnis des gewählten Verhältnisses zwischen Frucht und Wasser, das jeder völlig frei entscheiden kann. Experimentieren ist also ausdrücklich erlaubt. Ein typischer Richtwert für das Mengenverhältnis ist zum Beispiel eine halbe Gurke für zwei Liter Wasser, um nur mal ein Gefühl für die Größenordnung zu geben. Die folgende Kombinationen haben sich als besonders beliebt erwiesen:

– Ingwer mit Zitrone
– Zitrone mit Gurke
– Wassermelone mit Rosmarin
– Apfel und Zimtstangen
– Zitrone mit Minze und Blaubeeren
– Mango – Ingwer
– Erdbeeren – Limette – Minze

Betrachten wir dazu ein paar Rezepte etwas genauer:

1.) Gurken-Zitronen-Wasser
zwei Liter Wasser
eine halbe Limette oder Zitrone in feine Scheiben geschnitten
eine halbe Gurke ebenfalls in Scheiben

2.) Zitronen-Minze-Blaubeer-Wasser
zwei Liter Wasser
eine Zitrone in feine Scheiben geschnitten
100 Gramm Blaubeeren (gegebenenfalls gefroren)
zehn Minzblätter

3.) Mango-Ingwer-Wasser
zwei Liter Wasser
100 Gramm Mango in Würfel geschnitten
ein geschältes, ungefähr drei Zentimeter langes Stück Ingwer

4.) Grapefruit-Blaubeer-Petersilie-Wasser
(Der sogenannte „Morning Run“ ist unter Sportlern sehr beliebt.)
zwei Liter Wasser
eine Schale Blaubeeren
eine halbe Grapefruit in Stücke geschnitten
eine Handvoll frischer Petersilie

Wenn man anstelle des Wassers jeweils Kokoswasser nimmt, werden daraus isotonische Sportgetränke, die für einen ausgeglichenen Elektrolythaushalt sorgen. Kokosblütenzucker als weiterer natürlicher Geschmacksverstärker bereichert das Getränk mit viel Energie.

Die sich entwickelnde Geschmacksintensität hängt übrigens außer vom Mischungsverhältnis vornehmlich von der Zeit ab, die den Zutaten zum Ziehen im Wasser zur Verfügung steht. Um genau den besten Geschmack zu treffen, gibt es also viele „Stellschrauben“, an denen bei der Herstellung „gedreht“ werden kann. Daher möchten wir noch einmal betonen, dass man sicherlich etwas Experimentierfreudigkeit mitbringen muss, will man Kreationen auf den Tisch stellen, die einfach umwerfend sind. Was dabei aber ziemlich sicher gültig ist: Es sollten nicht mehr als vier Zutaten verwendet werden, ansonsten lässt sich kein einzelner Geschmack mehr identifizieren.

Nachdem das Wasser getrunken ist, müssen die Zutaten mitnichten in den Müll geworfen werden. Die Obst- und Gemüsestückchen können sehr wohl noch für einen Salat, einen Shake oder zur Saftpressung verwendet werden.

Wie lange sollten die Zutaten im Wasser ziehen?

Wie bereits erwähnt, bestimmt die Ziehzeit (ganz individuell) die Intensität des Geschmacks. Weniger als zehn Minuten ist auf jeden Fall eine zu kurze Zeit. Mit einigen Stunden liegt man immer richtig. Wer aber seinen Wasseransatz im Kühlschrank vergisst und in den Urlaub fährt, wird nach der Rückkehr sicher mit dieser Frage konfrontiert:

Wie lange ist Infused Water eigentlich haltbar?

Da wir bewusst keine Konservierungsstoffe und auch keinen Alkohol verwenden, wird Infused Water irgendwann anfangen zu gären beziehungsweise „umzukippen“. Um sicherzugehen, verwenden wir das Wasser höchstens 24 Stunden lang. Das ist eine Empfehlung.

Eine Schlussbemerkung zum BMI

Wer auf seinen Body Mass Index (BMI) achtet, sollte auf Infused Water als Hauptgetränk setzen, weil Infused Water die Fettverbrennung ankurbelt und die lästigen Pfunde purzeln lässt, was uns im Ergebnis dem erwünschten Body Mass Index jeden Tag ein Stückchen näher bringt.

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