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Eckart Witzigmann

Eckart Witzigmann wurde am 4. Juli 1941 in Hohenems in Vorarlberg geboren. Seine Kindheit und Jugendzeit verbrachte er im österreichischen Bad Gastein. Eigentlich war es der Wunsch von Eckarts Vater, dass sein Sohn das Schneiderhandwerk erlernen sollte. Deshalb war er zuerst nicht sehr erfreut darüber, dass sein Sohn lieber Koch werden wollte. Aber weil seine Mutter so gut kochte und die besten Käsespatzen weit und breit zubereiten konnte, stand sein Entschluss fest. Er setzte sich durch und begann seine Kochlehre. Die Ausbildung zum Koch absolvierte Witzigmann beim Diplomküchenmeister Ludwig Scheibenpflug im „Hotel Straubing“ im heimischen Bad Gastein, der ihm ein strenger Lehrmeister war. Trotzdem musste der junge Kochlehrling die Gesellenprüfung noch einmal wiederholen, da er bei der ersten Prüfung aus Verliebtheitsgründen, wie es Eckart Witzigmann selbst in seiner Biografie beschreibt, durchgefallen ist. Witzigmann meisterte diese Hürde und startete nach gelungener Ausbildung seinen Sprung in die Welt der großen Köche.


Lehr- Und Wanderjahre eines Meisterkochs

Es folgten Lehr- und Wanderjahre durch die Küchenwelten der gehobenen Gastronomie. Witzigmann arbeitete in Bad Reichenhall im „Grand Hotel Axelmannstein“, in Pontresina im gleichnamigen Schlosshotel und war im berühmten Hotel „Petersberg“ im deutschen Königswinter als Küchenmeister tätig. Es folgten weitere wichtige Jahre in der Schweiz. Dort kochte er in Davos im „Hotel National“ sowie im „Hof Ragaz“, einem sehr renommierten Grandhotel, in Bad Ragaz im Kanton St. Gallen. Einen sehr entscheidenden Einfluss auf seine berufliche Karriere hatte die Zeit, als er im Jahre 1965 zu den Gebrüdern Haeberlin im elsässischen Illhäusern kam. Das Lokal „Auberge d’Ill“ existiert bis heute und ist immer noch ein Gourmettempel der ersten Güte und ein Drei-Sterne-Restaurant. Die seinerzeit hierzulande noch wenig entdeckte „Novelle Cuisine“ der französischen Gourmetküche war die größte Inspirationsquelle für Eckart Witzigmann. Und er wollte noch mehr Erfahrungen in diesem Bereich sammeln. Von diesem Beweggrund getrieben, arbeitete der damals schon exquisite Koch beispielsweise bei Roger Vergé, Paul Bocuse und den Brüdern Troisgros. In Stockholm war er im „Operakällaren“ als Koch ebenso erfolgreich tätig, wie in der britischen Hauptstadt London im erlesenen „Café Royal“ oder in der berühmten „Villa Lorraine“ in Brüssel. Sogar in die Vereinigten Staaten ging Eckart Witzigmann, um im angesagten „Jockey Club“ in Washington seine internationalen Erfahrungen zu vervollständigen.

Die hohe Schule der „Novelle Cuisine“ in Deutschland

Eckart Witzigmann gilt heute weltweit als der „Kochpapst“ unter den Köchen und ist einer der besten Küchenvirtuosen überhaupt. Dank Witzigmann etablierte sich die „Haute Cuisine“ bereits in den 70er Jahren auch in Deutschland. Seitdem durchliefen viele Lernwillige, darunter viele bekannte Spitzenköche, seine hohe Schule der „Novelle Cuisine“. Viele deutsche Fernsehköche haben bei Witzigmann, dem Kochpapst, hospitiert und tragen heute selbst einen großen Namen. Zu den wohl berühmtesten Schülern, die bei Witzigmann hierzulande ihre Karriere begannen, gehören die 3-Sterne-Köche Harald Wohlfart, Christian Jürgens und Claus-Peter Lump. Die Fernsehköche Alfons Schuhbeck und Hans Lafer zählen weiterhin zu seinen prominenten Hospitanten. Zahlreiche Köche, die heute mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet sind, haben bei Witzigmann die hohe Kunst der französischen Küche gelernt. Witzigmann ist bis heute eines der einflussreichsten und angesehenen Genies unter den noch lebenden Starköchen. Sein großer Aufstieg an die Spitze der deutschen Gastronomie begann 1971 als Chefkoch im Restaurant „Tantris“ in München. Hier erkochte er 1973 den ersten Michelin-Stern und bereits ein Jahr später den zweiten für das großartige Restaurant der oberen Preisklasse. Die Marktweiber auf dem Münchner Viktualienmarkt bekamen rote Köpfe, wenn der „Spinner“ aus dem „Tantris“ wieder Ausschau nach exotischen Kräutern hielt, die er sich zum Teil selbst im Hinterzimmer gezogen hatte.

Chefkoch

Chefkoch ©iStockphoto/Kondor83

Das Restaurant „Aubergine“ im Münchner Zentrum

1978 eröffnete Eckart Witzigmann sein eigenes Restaurant „Aubergine“ im Herzen Münchens. Das Gourmetrestaurant wurde ein Jahr später mit drei Michelin-Sternen im Guide Michelin ausgezeichnet. Diese hohe Bewertung wurde Witzigmann als erster Koch aus dem deutschsprachigen Raum zuteil. Die Auszeichnung bedeutet, dass es eine Reise wert ist, diese Lokalität zu besuchen, weil dort Kochen zur Kunst emporsteigt. Hier waren nicht nur die Liebhaber der gehobenen Gastronomie und anspruchsvolle Feinschmecker zu Gast, sondern die ganze Prominenz aus Wirtschaft, Kunst und Politik zählte zu seinen Stammgästen. Von 1978 bis 1995 führt Witzigmann das Spitzenlokal „Aubergine“, das während der gesamten Zeit drei Michelin-Sterne behalten hat. Das Lokal wurde später vom bayerischen Promi-Koch Alfons Schuhbeck übernommen, der dann später eigene erfolgreiche gastronomische Wege verfolgte.


Die schillernden Facetten des Eckart Witzigmann

Seit der Abgabe seines Restaurants ist Witzigmann als erfolgreicher Unternehmensberater in der Gastronomiebranche, als Autor verschiedener Kochbücher, als fachkundiger Kochprofi der „Novelle Cuisine“ sowie als Lehrmeister in verschiedenen Kochkursen tätig. Von 1997 bis 2001 ging Witzigmann auf die spanische Baleareninsel Mallorca, wo er gemeinsam mit seinem ehemaligen Kochschüler Roland Trettl im Feinschmeckerlokal „Ca’s Puers“ fachkundige Unterstützung leistete. Mit seinen jahrelangen Erfahrungen fungiert der berühmte Kochkünstler am Flughafen Salzburg als Berater für das Restaurant „Ikarus im Hangar 7. Bis zum Endes des Jahres 2005 bewirtete Eckart Witzigmann im „Witzigmann Palazzo“ mehr als 150.000 Feinschmecker in Verbindung mit unterhaltsamen Vorführungen. Mit diesem Gastronomieprojekt ging der Kochkünstler auf seine ganz persönliche Tournee. Während den Gästen ein feines Menü serviert wurde, erlebten diese nicht nur kulinarische Genüsse, sondern gleichzeitig spektakuläre Varieté- und Showeinlagen. Zusammen mit engagierten Schauspielern wurden die Gäste selbst in ein interaktives Theaterspektakel mit einbezogen. Im Anschluss daran startete der talentierte Koch und Unternehmer das „Witzigmann-Roncalli-Bajazzo“. Dieses Projekt versprach bis 2008 gastronomische Unterhaltung in Verbindung mit aufregenden Zirkusdarbietungen vom Feinsten.

Ein Alchimist der Küche und sein Lebenswerk

Witzigmann hat in seiner Laufbahn bisher 40 Kochbücher herausgegeben. Dabei hat er gerne auf die Mitarbeit bekannter Promiköche zurückgegriffen. So hat er auch mit Alfred Biolek oder Tim Mälzer zusammengearbeitet. Das Gourmetmagazin „“Aperó“ wird von Eckart Witzigmann herausgegeben. Erwähnenswerte Publikationen sind Bücher wie beispielsweise „Kochen zum kleinen Preis“, die „Alchemie der Küche“, welche gemeinsam mit Peter Schleicher zusammengesellt wurde, und das gemeinsame Lifestyle-Buch von Eckart Witzigmann und Gunther Lambert „Wohn- und Kochrezepte“. Der berühmte Kochkönig war immer wieder lebendiger Gegenstand vieler Medienereignisse. Er stand vor allem in der Presse zahlreichen Interviewpartnern offen gegenüber. Eva Gesine Baur hat Eckard Witzigmann in ihrem Buch „Hamlet am Herd“ respektvoll analysiert, das im Hoffmann und Campe-Verlag erschienen ist. Unter der Archivnummer 21/2008 kann man Witzigmanns genaue Biographie beim Munzinger-Archiv nachlesen. Zahlreiche Filmdokumentationen wurden über die Berühmtheit Eckart Witzigmann gedreht, wie „Dinner auf dem Dampfer“, „Der Jahrhundertkoch“ oder mit einer kulinarischen Weltreise in „Chiefs around the world“. „Es folgte der aufschlussreiche und bewegende Dokumentarfilm „Mein Leben“, der 2010 in der ARD ausgestrahlt wurde. Bei allen Unternehmungen, die Witzigmann angeleiert hatte, blickt er immer wieder gerne auf seine Mitarbeiter zurück. Denn er weiß genau, ohne diese wäre dieser Erfolg niemals möglich gewesen. Diesen Teamgeist hat sich dieser ganz große Könner der Gourmetküche immer bewahrt.

Der Kochpapst auf Augenhöhe mit den ganz Großen

Der französische Kulturminister verlieh dem bekannten Koch 1991 den „Ordre des Arts et des Lettres“, im gleichen Jahr wurde ihm die Silbermedaille „München leuchtet – den Freunden Münchens“ überreicht. Eckart Witzigmann wurde 2007 von der schwedischen staatlichen Gastronomie-Universität „Örebro“ zum Professor und Doktor ehrenhalber ernannt. Er führt dort den Titel eines Gastronomie-Professors. Von 2007 bis 2010 übernahm Eckhard Witzigmann die Präsidentschaft der „Deutschen Akademie für Kulinaristik“. Es wundert nicht, dass die New York Times den Meisterkoch mit „Koch der Könige und Götter“ titulierte. Er kochte sich siegreich durch die Gaumen und Herzen der großen Herrscher dieser Welt. Er bekochte Königin Elisabeth die II. und ihren Ehemann Prinz Philipp genauso leidenschaftlich wie den Schwedenkönig Carl-Gustav und seine Frau Silvia. Ebenso verzauberte der „Magier der Köche“ König Hassan von Marokko und den Maharadscha von Jaipur mit seinen kulinarischen Zauberkünsten. Witzigmann nahm die Gelegenheit wahr, seine Kochkunst den ehemaligen Präsidenten Valéry Giscard d’Estaing, Georg W. Bush und Michail Gorbatschow zur Verfügung zu stellen. Der Meister der Küche bekam unzählige internationale und nationale Auszeichnungen. Im Jahre 2016 verlieh ihm der Freistaat Bayern die Auszeichnung „Pro meritis scientiae et litterarum“, die an Persönlichkeiten übergeben wird, die sich für das Zusammenwirken von Wissenschaft und Kunst verdient gemacht haben. Eckart Witzigmann hat zwei Kinder, Veronique und Max und lebt heute mit seiner Lebensgefährtin Nicola Schnelldorfer, der Tochter des ehemals berühmten Eiskunstläufers Manfred Schnelldorfer, zusammen. Der sportbegeisterte Küchenpapst, Eckard Witzigmann, steht auch zu Hause immer noch gerne in der Küche und gibt aber zu, dass er sich auch einmal gerne bekochen lässt!


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