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Rotweinsorten

Die am häufigsten kultivierte Rotweinsorte der Welt ist nicht der Cabernet Sauvignon und auch nicht der Merlot – es ist der Carignan. Diese Rebsorte ist lediglich in Kreuzungen und verschnitten zu finden und insofern dem Verbraucher relativ unbekannt. Auch unter den Rotweinsorten gibt es einige, die dem Weinadel angehören und für ausgezeichnete Qualität stehen. Zu ihnen gehören der Cabernet Sauvignon in Bordeaux, der Pinot Noir in Burgund, der Syrah (oder auch Shiraz) im Rhône-Tal und Südaustralien, der Nebbiolo im Piemont sowie der Sangiovese in der Toskana.


Im Folgenden soll hier eine Auswahl der bekanntesten und wichtigsten roten Rebsorten kurz vorgestellt werden. Eine Einführung aller roter Rebsorten ist aufgrund der sehr großen Anzahl an dieser Stelle nicht möglich.

Barbera

Bereits im 13. Jahrhundert wurde diese Rebsorte aus dem Piemont angebaut. Die anpassungsfähige und ertragsstarke Rebe produziert kraftvolle Weine mit ausgeprägten Pflaumenaromen. Barberaweine zeichnen sich vor allem durch ihren geringen Tanninanteil, ihren vollen Körper und eine tief-rubinrote Farbe aus. Sie können bis zu 14% Alkohol aufweisen und behalten auch in heißem Klima ihre kräftige Säure.

Rotweinsorten

Rotweinsorten ©iStockphoto/Hernán Salcedo Ibarra

Wie auch der Müller-Thurgau in Deutschland litt der Barbera lange Zeit unter einem schlechten Ruf aufgrund sinkender Qualität. Heute wird er wieder gern und in guter Qualität in verschiedenen Regionen Italiens angebaut. Er ist sowohl sortenrein als auch als Verschnitt erhältlich. Neben Italien produziert man auch in Kalifornien und Argentinien Barberaweine.


Blauer Portugieser

Diese alte Rebsorte ist relativ anspruchslos und daher sehr weit verbreitet. Aus ihr wird ein einfacher rubinroter Wein gekeltert, der sich durch frische Säure und leichten Körper auszeichnet. Je nach Ausbau und Maischegärung können sowohl sehr frische leichte oder schwere und gehaltvolle Weine ausgebaut werden. Die schweren Weine erreichen hohe Qualitätsstufen, während die leichten eher als Schoppenweine oder in Verbindung mit Zitronensprudel getrunken werden. Leicht ausgebaut ist der Blaue Portugieser sehr süffig und vollmundig. Er kann auch als Weißherbst gekeltert werden.
Die Rebsorte ist vor allem im Donaubereich und in Südosteuropa verbreitet. Auch Deutschland und Frankreich zählen zu den Anbaugebieten.

Cabernet Franc

Der Cabernet Franc ist ein beliebter Verschnittwein. Der würzige Wein veredelt bei entsprechender Reifezeit die großen Cuvées. Unverschnitten kann man ihn relativ jung trinken. Der Tanningehalt ist relativ gering. Der Cabernet Franc wird vor allem in Frankreich angebaut. Auch in Osteuropa und in Übersee erfreut er sich einer großen Beliebtheit aufgrund seiner Genügsamkeit.

Cabernet Sauvignon

Cabernet Sauvignon ist unter Anderem auch unter den Namen Bordeaux, Navarre, Veron oder Burdeos Tinto bekannt. Die beliebte Edelrebe ist eine Kreuzung aus Cabernet Franc und Sauvignon Blanc. Junge Cabernet Sauvignons sind fruchtig, rau und gerbstoffbetont. Im Laufe der Reifung kommen jedoch Röstaromen und Aromen von schwarzer Johannisbeere, Lakritze und grüner Paprika hinzu.

Durch Ausbau im Eichenfass kann man dem Cabernet Sauvignon Tannine entziehen und so mehr die Röst- und Vanillearomen betonen. Die Aromen sind sehr fein und vielschichtig. Sortenrein wird der Cabernet Sauvignon in seiner Heimat Bordeaux nur selten angeboten, da er sich sehr gut zum Verschnitt eignet.

Neben Frankreich zählen auch Kalifornien, Italien, Australien und Argentinien zu den Hauptanbaugebieten.

Dornfelder

Diese farbintensive Rebe gehört zu den frühreifen Sorten. Sie ist wenig anspruchsvoll und hat nur wenig Säure. Der Wein zeichnet sich durch eine schwarzrote Farbe und einen fruchtigen Geschmack aus. Er lässt sich auch in Eichenholzfässern ausbauen und ergibt weiß gekeltert einen lieblichen Roséwein. Dornfelder wird vor allem in Deutschland angebaut.

Malbec

Malbec ist eine alte französische Rebsorte und unter fast 400 Namen bekannt. Die lilaschwarzen Weine zeichnen sich durch eine fruchtige Würze aus, die an Pflaumen und Tabak erinnert. Auch Aromen wie Blaubeer, Lorbeer, Wacholder, Gewürze, Kirschen und Bitterschokolade sind möglich. Sortenrein ist der Malbec selten zu finden, da er relativ karg ist und erst nach langer Reifezeit Feinheiten aufweist. Dann allerdings eignet er sich aufgrund seiner Süße und Stärke auch gut als Einsteigerwein. Als Verschnittwein wurde er etwas vom Merlot verdrängt. Malbec wird in Frankreich, Spanien, Argentinien, Chile und Australien angebaut.

Merlot

Als reiner Sortenwein ist Merlot lediglich in Übersee oder Norditalien zu finden. Eine Ausnahme bildet auch das französische Bordeaux, das reine oder fast reine höchstklassige Merlots in der Gegend um Saint-Èmilion oder Pomerol erzeugt.

Im Allgemeinen schmeckt der Merlot weich und verfügt über einen mittleren bis hohen Alkoholgehalt. Der dunkelrote Wein reift relativ früh. Er harmoniert gut mit Eiche und wird deshalb gern zum Verschnitt von Weinen zur Fasslagerung gewählt. Höchstklassige Sortenweine zeichnen sich durch ihre rubinrote Farbe und ihren fleischigen Charakter aus. Im Gegensatz zum strengen Cabernet Sauvignon treten süße, malzige Aromen in den Vordergrund.

Neben Frankreich zählen auch Italien, Chile, Australien, Argentinien und zum Teil auch die Schweiz zu den Anbaugebieten.

Montepulciano

Die aus Montepulciano-Trauben erzeugten Weine sind farbintensiv, bodenständig bis feinwürzig und kräftig bis alkoholreich. Sie können entweder jung oder auch länger gelagert getrunken werden. Gerne werden sie als Verschnittweine verwendet.

Sangiovese

Eine der wichtigsten und am häufigsten angebauten Rebsorten ist der Sangiovese. Bereits vor 2500 Jahren wurde diese Rebe von den Etruskern kultiviert, die heute den Hauptbestandteil des Chianti darstellt. Sie ist eine Edelrebe, die gern als Verschnittwein genutzt wird. Zu den Anbaugebieten zählen Italien, Korsika und Argentinien.

Spätburgunder

Der Spätburgunder ist auch unter der Bezeichnung Pinot Noir, Pinot Nero, Pinot Tinto oder Blauburgunder bekannt und eine qualitativ sehr hochwertige Rebsorte. Die Edelrebe zeichnet sich vor allem im Alter durch eine große Langlebigkeit und außerordentlich komplexe Aromen aus. Obwohl der Spätburgunder eine eher schwierige Rebsorte ist, findet sie aufgrund ihrer geschmacklichen und olfaktorischen Qualitäten zunehmend Beachtung. Die ausgebauten Weine sind farb- und tanninreich, aber auch körperreich und gehaltvoll.

Spätburgunder wird vor allem in Frankreich, Deutschland, Australien, den USA, Neuseeland, der Schweiz, Österreich und in Italien angebaut.

Syrah

Die Syrah-Rebe ist unter anderem auch unter der Bezeichnung Balsamina, Hermitage oder Shiraz bekannt. Die vermutlich aus Persien stammenden Weine haben ein kräftiges Johannisbeer-Aroma und weisen einen hohen Tanningehalt sowie eine dunkelrote Färbung auf.
Frankreich und Australien sind die Hauptanbaugebiete des Syrah. Er wird jedoch auch beispielsweise in Kalifornien, Südafrika, Argentinien, Italien und in der Schweiz kultiviert.

Tempranillo

Tempranillo ist die bedeutendste rote Rebsorte Spaniens. Sie wird zum Beispiel auch Tinto Fino, Tinta de Toro oder Tempranilla genannt.
Tempranillo selbst verfügt je nach Ausbau über Geschmacksnuancen von Kirschen, Trockenfrüchten und Pflaumen über Tabakblätter und Gewürze bis hin zu Leder, Lakritze oder Bitterschokolade. Häufig wird er zum Rioja-Wein verschnitten, der sich durch eine tiefrote Farbe, seine Würzigkeit und seine lange Lagerfähigkeit auszeichnet.

Die bekanntesten Anbaugebiete für Tempranillo finden sich in Spanien und Portugal.

Zinfandel

Aus Zinfandel-Trauben kann sowohl Rotwein als auch Rosé- und Weißwein hergestellt werden. Sie gilt als Edelrebe und ist mit der italienischen Primitivo-Rebe identisch. Durch den hohen Zuckergehalt der Traube haben hochwertige Zinfandel-Rotweine einen sehr hohen Alkoholgehalt. Ihr charakteristisches Aroma erinnert an Zimt und dunkle Waldfrüchte.

Überwiegend werden Zinfandel-Reben in Kalifornien angebaut. Man findet sie jedoch auch in Italien.


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