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Weißweinsorten

Im Laufe mehrerer Jahrtausende Weinanbau entstanden aus wilden Reben über 10.000 Weinsorten, auch Rebsorten genannt. Etwa 2500 davon sind weltweit zur Weinproduktion zugelassen. Aber nur einige hundert von ihnen sind von überregionaler Bedeutung und werden weltweit angebaut. Jede Traubensorte besitzt ein charakteristisches Aroma. Dieses Aroma bestimmt im Wesentlichen auch das Aroma eines Weines. Ergänzt wird das Aroma der Traube durch den Standort und die Umweltbedingungen vor Ort. So kommt es, dass zwei Weine, die aus ganz unterschiedlichen Ländern stammen, doch ähnlich schmecken können, wenn die gleichen Trauben verwendet wurden.

Nicht alle Weine beruhen auf nur einer Weinsorte. Roter Bordeaux beispielsweise ist nach dem Weinanbaugebiet, nicht nach einer Traube benannt. Er ist ein Verschnitt aus mindestens drei Trauben.

Weißweinsorten

Die am meisten kultivierte Weißweinsorte weltweit ist der spanische Airén, gefolgt von Trebbiano und Chardonnay. Unter den Rebsorten haben es einige Wenige zu einer überragenden Bedeutung gebracht. Da sie häufig in Spitzenweinen zu finden sind, spricht man hier von Edelreben oder dem Weinadel. Zu den weißen Edelreben zählen Chardonnay in Burgund und der Champagne, Sauvignon Blanc im oberen Loire-Tal und in Bordeaux, Chenin Blanc in Anjou und Riesling aus Deutschland, Österreich und dem Elsass.

Natürlich kann an dieser Stelle nicht auf jede der Tausenden von Rebsorte eingegangen werden. Stattdessen wollen wir Ihnen hier eine Auswahl der bekanntesten und am weitesten verbreiteten weißen Rebsorten kurz vorstellen.

Weißweinsorten

Weißweinsorten ©iStockphoto/Angelika Schwarz

Chardonnay

Chardonnay ist die wohl bekannteste weiße Traube und auch unter den Bezeichnungen Pinot Chardonnay, Beaunois, Morillon oder Weißer Clevner bekannt. Sie zählt zu den Edelreben und zeichnet sich vor allem durch ihren Körperreichtum aus. Chardonnay hat einen relativ hohen Alkoholgehalt von etwa 13% und kann vom Ausbau in Eichenfässern profitieren. Er ist nussig oder sogar rauchig und kann den Charakter der Weinberglage gut zum Ausdruck bringen.
Chardonnay ist sehr anpassungsfähig. Ursprünglich in Burgund angebaut findet man ihn heute neben Frankreich in Australien, Amerika, Italien, aber auch in Moldawien, Südafrika, Chile, Slowenien, Argentinien, Neuseeland, Österreich und Deutschland.

Chenin Blanc

Diese alte weiße Rebsorte wird bereits seit dem 9. Jahrhundert im französischen Anjou angebaut. Auch sie ist eine Edelrebe und unter Anderem auch unter den Bezeichnungen Pineau de la Loire, Stehen oder Pinot Blanco bekannt. Die Traube selbst ist so vielseitig, dass sie auch für Süß- und Schaumweine und sogar als Tafeltraube Verwendung findet. Chenin Blanc verfügt über einen relativ hohen Säuregehalt und wird gern für verschnitte mit säureärmeren Sorten verwendet.

Der Chenin Blanc wird vor allem in Frankreich, Südafrika, Kalifornien, Argentinien und Chile angebaut.

Grauburgunder

Diese Weißweinsorte ist auch als Pinot Gris, Pinot Grigio oder Ruländer bekannt. Sie gehört in die Familie der Burgunder und ist eine Mutation des Spätburgunders.

Im Gegensatz zum Chenin Blanc liefert der Grauburgunder säurearme Weißweine, die jedoch körper- und extraktreich sind und über einen relativ hohen Alkoholgehalt verfügen. Die vollreifen Trauben dieser Sorte wirken häufig grau, was ihr ihren Namen verleiht. Der Wein dagegen nimmt ein Farbspektrum von Apfel- und Goldgelb bis zu einem leichten Braun an. Er kann auch als Aperitif getrunken werden und passt gut zu Fischgerichten.

Das Hauptanbaugebiet von Grauburgunder ist Deutschland. Aber auch in Frankreich, Österreich und der Schweiz baut man ihn an.

Lindenblättriger

Ursprünglich aus Ungarn kommt der Lindenblättrige, auch Hárslevelu, Lämmerschwanz oder Lipovina genannt. Nicht nur die Blätter der Reben erinnern an Lindenblätter, sondern auch Geruch und Geschmack. Lindenblättriger ist meist ein eher lieblicher, extrakt- und bukettreicher Wein. Nur wenige Anbaugebiete produzieren damit auch trockene, alkoholreiche Weine von sehr guter Qualität. Auch die Farbe des Weines erinnert mit ihren grüngelb bis gelbgold entfernt an Lindenblätter.

Lindenblättriger wird vor allem in Ungarn, der Slowakei und Südafrika angebaut.

Moscato

Moscato Bianco, kurz Moscato, gehört zu den ältesten Rebsorten überhaupt. Wahrscheinlich stammt diese Rebsorte aus Vorderasien. Charakteristisch ist ihr starkes Muskat-Bouquet. Im deutschsprachigen Raum ist die Rebsorte auch als Gelber Muskateller oder Weiße Muskattraube bekannt. Sie ist heute weltweit verbreitet und mittelspät reifend. Wenn in schlechten Jahren die Säure zu kernig und das Bukett zu aufdringlich ist, eignet sich der Moscato sehr gut zum Verschnitt mit beispielsweise Riesling, Weißburgunder oder Silvaner.

Im Allgemeinen ist der Moscato leicht, aber mit einem würzig-kräftigen Muskatbukett. Das macht ihn zu einem sehr guten Dessertwein. Er wird vor allem in wärmeren oder heißen Regionen wie Italien, Frankreich, Spanien, Portugal, Ungarn, Bulgarien. Algerien, Argentinien oder Chile angebaut.

Müller-Thurgau

Der milde aber fruchtige Müller-Thurgau wird jung getrunken und reift auch kaum nach. Häufig findet man auch die Bezeichnung Rivaner für halbtrocken und trocken angebaute Sorten. Je nach Standort besetzt der Müller-Thurgau ein blumiges Bukett und verfügt über eine milde Säure und einen leichten Muskatton. Er wird meist zu süffigen, leichten Qualitätsweinen ausgebaut. In den letzten Jahren hat jedoch das Image des Müller-Thurgau sehr gelitten, da die Traube aufgrund ihrer hohen Erträge oftmals für minderwertige Massenweine verwendet wurde.

Müller-Thurgau wird vor allem in Deutschland angebaut. Aber auch in Ungarn, Österreich, Tschechien, der Slowakei, Luxemburg, der Schweiz, Italien, Großbritannien, Slowenien und in vielen anderen Ländern erfreut er sich wachsender Beliebtheit.

Riesling

Riesling gilt als eine der besten und wichtigsten Rebsorten weltweit. Er ist unter Anderem auch unter den Bezeichnungen Hochheimer, Rössling, Gewürzriesling, Rano, Rheingauer, Rizling oder Ruessling bekannt. Vor allem deutsche Riesling-Weine genießen auf den internationalen Märkten ein hohes Ansehen. Sie verfügen über fruchtige Aromen nach Grapefruit, Limone, Zitrone, aber auch Apfel, Pfirsich oder Passionsfrucht. Sie werden auch als frisch, stahlig, rassisch und mineralisch beschrieben.

Rieslingweine sind leicht bis mittelschwer und aufgrund ihres relativ hohen Säuregehaltes gut zu lagern. Sie eignen sich auch gut zur Herstellung von Schaumweinen. Ihr Farbspektrum erstreckt sich von grünstichigem Blassgelb bis zu Goldgelb. Aber auch hochwertige süße Weine können hervorgebracht werden. Eine besondere Rarität sind Eisweine und Trockenbeerenauslesen, die auf Auktionen sehr hohe Preise erzielen.

Hauptanbaugebiete für den Riesling sind neben Deutschland und Österreich auch Frankreich, Luxemburg, Australien, Neuseeland, Moldawien und die USA.

Sauvignon Blanc

Der Sauvignon Blanc ist eine sehr alte Rebsorte unbekannter Herkunft, die heute sehr stark verbreitet ist. Neben dem Chardonnay ist sie die zweitwichtigste Rebe und gilt als Edelrebe. Sie wird auch Blanc Fume, Sauvignon Jaune oder Muskat-Sylvaner genannt. Sauvignon Blanc ist ein sehr frischer Wein mit einem besonderen Charakter. Er hat immer einen besonderen Mineralton und häufig grüne Noten wie zum Beispiel nach frisch gemähtem Gras. Sortenrein angebaut findet man auch oft Johannis- und Stachelbeeraromen.

Das wahrscheinliche Ursprungsland Frankreich ist auch heute noch eines der Hauptanbaugebiete dieser Rebsorte. Man findet sie auch zum Beispiel in Italien, Slowenien, Spanien, Ungarn, Österreich, Kalifornien, Neuseeland, Australien oder Südamerika.

Silvaner
Silvaner gehört zu den ältesten heute noch kultivierten Reben. Seit Jahrhunderten wird er in Deutschland, vor allem Rheinhessen und Franken, angebaut.
Abhängig von Standort und Bodenbeschaffenheit bringt er neutrale, feine oder elegante Weine hervor. Er ist weniger fruchtig, nimmt jedoch sehr gut die Eigenschaften des Standortes an. Auf Kalkböden und unter Idealbedingungen charakterisiert ihn eine große Mineralität.

Neben Deutschland zählen auch Österreich, die Schweiz, Südtirol und das Elsass zu den Hauptanbaugebieten.

Traminer

Der Traminer ist vor allem als roter Traminer oder auch Gewürztraminer bekannt. Der weiße Traminer, auch Savagnin Blanc genannt, ist jedoch auch eine Erwähnung wert. Diese schwierige Rebsorte wird mit großem Aufwand angebaut und stammt von europäischen Wildreben ab. Der meist goldgelbe Wein erinnert geschmacklich an Nuss, Vanille und Honig. Aufgrund der relativ geringen Erträge wird ein hoher Endpreis fällig. Traminerweine verfügen über eine für Weißweine ungewöhnlich gute Lagerfähigkeit.

Ursprünglich kommt der Traminer aus Südtirol. Heute wird er vor allem in Deutschland und Österreich angebaut.

Veltliner

Der Grüne Veltliner ist in Österreich beheimatet. Er wird auch Grüner Muskateller, Manhardsrebe oder Greener genannt. Veltliner zeichnen sich durch ihre Frische und ein intensives Bouquet aus. Charakteristisch sind Aromen wie weißer Pfeffer, Tabak, aber auch Citrus oder Pfirsich. Veltlinerweine sind sehr gut lagerfähig. Auch ältere Weine bestechen durch ihre immer noch vorhandene Frische.

Veltliner ist der Wein Österreichs. Aber auch kleinere Regionen in Tschechien und Ungarn bauen ihn an.

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