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Weinarten

Roter Wein oder Weißwein? Welcher Wein passt wozu? Und worin bestehen eigentlich die Unterschiede, sieht man einmal von der Farbe des Weins ab?
Allein diese einfachen Fragen stellen viele Hobbyköche und Gäste auf der Suche nach einem Mitbringsel beinahe zur Verzweiflung. Deshalb hier eine kurze Erklärung, was die jeweilige Weinart ausmacht.

Rotwein

Rotwein wird aus roten oder blauen Trauben gekeltert. Um die charakteristische rote Farbe zu erhalten, keltert man die Trauben rot. Das bedeutet, dass man die Schale der Trauben mit verwendet, da dort der meiste Farbstoff sitzt, der dem Wein dann seine Färbung verleiht. Im Saft einiger Trauben findet sich der Farbstoff ebenfalls.

Die wichtigsten Produktionsschritte bei der Herstellung von Rotwein sind das Maischen, die Gärung und das Keltern. Die Traubenhüllen werden nach dem Keltern nicht vom Most getrennt. Stattdessen lagern sie auf der Maische und können so ihre Farbstoffe über mehrere Tage in den Wein abgeben. Rotweine enthalten sehr viele Tannine und Aromastoffe, mehr als Weißweine. Deswegen sind sie zum Beispiel für Personen mit einer Histaminintoleranz auch weitaus bedenklicher, da sich auch sehr viele Histamine darin befinden. Je nach Reifezeit und Lagerung entsteht das Bouquet eines Rotweins. Die Farbe eines Rotweins ist unter anderem abhängig von der Rebsorte, dem Herkunftsland des Weins und seinem Jahrgang. Das Farbspektrum erstreckt sich dabei von Kupfer- und Ziegelrot über Feuerrot und Rubinrot bis hin zu sehr dunklen Granat- und Kirschtönen.

Weinarten

Weinarten ©iStockphoto/Alexander Chaikin

Qualitativ hochwertige Rotweine reifen auch in der Flasche noch nach und entwickeln ihre volle Komplexität erst nach einigen Jahren Lagerzeit. Dabei spielen Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Licht eine entscheidende Rolle. Aus diesem Grund werden gute Weine gern liegend in einem Weinkeller gelagert, weil hier nicht nur ideale sondern auch stabile Bedingungen für die Weinlagerung vorherrschen.

Weißwein

Weißweine werden meist aus weißen Trauben gekeltert. Bei der Herstellung wird lediglich der Traubensaft, nicht aber die Maische, also Beerenhaut und Stiele, vergärt. Wichtig bei der Herstellung ist, den Traubensaft strikt von der Schale zu trennen, da in der Schale die hier unerwünschten Farbstoffe sitzen.

Nach der Kelterung, also dem Auspressen, wird der Most sedimentiert oder flotiert. Die Verfahren dienen dazu, Trubteilchen aus dem Most herauszufiltern. Auch Filtration oder Separation sind Verfahren zur Klärung des Mostes. Hierbei wird der Most mit Hefen versetzt. Nach der Gärung muss der Jungwein abgestochen werden, das heißt: Wein und Hefen werden wieder getrennt, damit der Gärprozess nicht fortschreitet.

Weißweine verfügen über weniger Tannine und Aromastoffe als Rotweine. Einige relativ saure Weißweine sind sogar praktisch histaminfrei uns so auch gut für Allergiker geeignet.

Roséwein

Roséweine werden aus roten Trauben hell gekeltert. Das heißt, die Traubenschalen liegen nur wenige Stunden oder gar nicht auf der Maische. Je nach der Intensität des Kontaktes mit ihnen richtet sich die Färbung des Roséweins: das Farbspektrum reicht von lachsfarben bis hin zu einem hellen Kirschrot.
Eine besondere Art des Roséweins ist der Weißherbst. Er wird ebenfalls grundsätzlich aus hell gekelterten Rotweintrauben hergestellt. Zudem muss er mindestens ein Qualitätswein b.A. und absolut sortenrein sein. Das Etikett muss die Bezeichnung der Rebsorte tragen. Eine bestimmte Farbgebung ist jedoch nicht vorgegeben.

Rotling

Bei der gemeinsamen Kelterung von Rotwein- und Weißweintrauben und deren Maische entsteht der Rotling. Er ähnelt optisch dem Roséwein, wird jedoch anders gekeltert. Vor allem in süddeutschen Weinanbaugebieten ist der Rotling verbreitet. Im Gegensatz zu anderen Weinarten darf dem fertigen Wein roter oder weißer Traubenmost zugesetzt werden, um den Restzuckergehalt des Weines zu erhöhen.

Perlwein

Wenn Tafel- oder Qualitätswein mit Kohlensäure versetzt wird, spricht man von Perlwein. Die Kohlensäure stammt entweder aus der ersten Gärung oder wurde künstlich zugesetzt. Sie weist einen Überdruck von 1 bis 2,5 bar auf. Perlwein ist kein Sekt und unterliegt auch nicht der deutschen Sektsteuer.

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