Skip to main content

Vegetarische chinesische Küche – Rezension

„Vegetarische chinesische Küche“ des in Peking geborenen Kochbuch-Spezialisten Deh-Ta Hsiung ist die 1996 erstmals auf Deutsch (bei Könemann) erschienene Übersetzung des 1985 in London herausgebrachten Originals. Es trägt den Untertitel „Über 70 schmackhafte Rezepte aus dem fernen Osten“ und enthält entsprechend viele Anleitungen für Gerichte, die vom Autor fünf separaten Speisekategorien zugeordnet wurden.

Das Buch ist ein DIN-A4-formatiges Softcover in Hochglanzoptik mit einem Umfang von 128 Seiten; jede der 64 Doppelseiten ist mit ansprechenden Fotografien (von Ian Howes) der vorgestellten Rezepte bzw. Küchenutensilien und Nahrungsmittel ausgestattet. Außerdem weist jeder Buchteil eine betitelte Motivzeichnung auf, so dass der Leser auch beim Aufschlagen einer beliebigen Seite die entsprechende Speise sofort kategorial zuordnen kann. Die Gestaltung der Textseiten ist eine Farbkombination aus Weiß (äußerer Hintergrund), Gelb (Texthintergrund), Blau und Rot (Hintergründe für Überschriften) und Schwarz (Texte und Motivzeichnungen).

Im Einleitungsteil werden „Zubehör und Küchengeräte“, „Grundtechniken und Garmethoden“, „(r)egionale Küchen“ und „(b)esondere Zuaten und Gewürze“ vorgestellt, zudem wird erklärt, wie auf chinesische Art ein Menü zusammengestellt wird. Abgeschlossen wird das Buch mit einem umfangreichen und übersichtlichen Register. Der Hauptteil besteht aus den oben erwähnten fünf Speisekategorien: „Kalte Gerichte“, „Suppen“, „Schnelle Pfannengerichte“, „Geschmortes und Gedämpftes“ sowie „Reis, Nudeln und Süßes“.

Vegetarische chinesische Küche

Vegetarische chinesische Küche

Die Zubereitungen der Speisen werden so detailliert beschrieben, dass auch ein im Kochen wenig Geübter den Anleitungen folgen kann. Zudem beinhaltet das Buch zahlreiche Extra-Tipps, aus denen die praktische Koch-Erfahrung des Autors spricht. Diese Extra-Tipps beziehen sich nicht nur auf die jeweilige Zubereitung, sondern auch auf die richtige Wahl der zu verwendenden Lebensmittel und auf das passende Servieren. Allerdings enthält das Kochbuch weder Kalorien- noch Nährstoffangaben, doch bei Interesse lassen sich diese leicht selber herausfinden. Zweifelsfrei negativ zu bewerten ist hingegen ein Satz beim Gericht „Zwei Winter“ (die Hauptzutaten sind Bambussprossen und Tongu-Pilze): „Das Öl erhitzen, bis es raucht“ – dies sollten Köche nicht befolgen, wenn sie die eigene Gesundheit und die ihrer Gäste nicht gefährden möchten. Außerdem wird in der vorliegenden 1996er Ausgabe von Deh-Ta Hsiungs „Vegetarische chinesische Küche“ häufig empfohlen, Öl stark zu erhitzen, ohne darauf hinzuweisen, dass native bzw. unraffinierte Öle eben nicht stark erhitzt werden sollten.

Abgesehen von den kritikablen Beschreibungen vom Umgang mit Öl bietet das vorgestellte Kochbuch jedoch zahlreiche interessante und sehr schmackhafte vegetarische Gerichte. Und der Leser erhält genügend Informationen über typische Zutaten und Zubereitungsarten in der vegetarischen chinesischen Küche, dass er fortan auch eigene Koch-Kreationen in diesem Stil erfinden kann.

Top Artikel in Kochbücher