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Polettos Kochschule – Rezension

Schön anzusehen ist es, das 2009 erschienene Kochbuch „Polettos Kochschule – Mein Grundkurs für Einsteiger“ von Cornelia Poletto. Die beliebte Sterneköchin aus Hamburg, die in einer eigenen Kochsendung im Fernsehen regelmäßig Rezepte und Küchenkniffe vorstellt, möchte mit ihrem Ratgeber Einsteigern eine Hilfestellung für den schnellen Erfolg am Herd vermitteln.

Das Kochbuch enthält 100 eigens für das Buch kreierte Rezepte. Die Aufteilung ist etwas eigenwillig und nicht unbedingt vollständig, neben eigenen Kapiteln für Tomaten, Kartoffeln oder Pilze widmen sich die Abschnitte auch einigen Fleischsorten, Fisch und Schokolade. Lammrezepte zum Beispiel wird der Kochbegeisterte jedoch ebenso vergeblich suchen wie Rezepte mit Obst oder Gemüse. Neben den sehr gut gemachten farbigen Bildern von Jan-Peter Westermann, die die fertigen Gerichte und ab und an auch die wichtigsten Arbeitsschritte dokumentieren, enthält der Ratgeber detaillierte Informationen über die im Buch verwendeten Lebensmittel. Dabei liegt der Schwerpunkt der Rezeptauswahl auf der italienischen Küche. Profi-Tipps der Autorin und wichtige Hinweise zu den einzelnen Arbeitsschritten vervollständigen den Ratgeber für Neulinge am Herd.

Polettos Kochschule – Mein Grundkurs für Einsteiger

Polettos Kochschule – Mein Grundkurs für Einsteiger

Leider hält das Kochbuch, das als „Grundkurs für Einsteiger“ beworben wird, nicht, was es verspricht. Ein garantiertes Gelingen der Rezepte, wie das Buch vollmundig verspricht, ist für Laien ohne Vorkenntnisse bei den hohen Vorgaben eher unwahrscheinlich. Die meisten der vorgestellten Gerichte sind nicht alltagstauglich. Viele Rezepte sind viel zu kompliziert und aufwendig, um dem Anfänger am Herd wirklich einen gelungenen Einstieg zu ermöglichen. Die Zutatenlisten sind teilweise derart abgehoben und in normalen Küchen oder Supermärkten nicht vorrätig, so dass vor jeder größeren Aktion erst einmal ein Feinkostladen aufgesucht werden muss. Gerichte, für die beispielsweise verschiedene Sorten Pfeffer benötigt werden, oder die nur mit Specksorten zuzubereiten sind, die fast nur in Italien selbst zu bekommen sind, regen nicht dazu an, die Rezepte nachzukochen. Kostengünstig kochen lässt sich mit dem gut gemeinten Ratgeber damit auf gar keinen Fall. Der Spaß am Zubereiten eigener Gerichte bleibt durch die zu anspruchsvolle Gestaltung auf der Strecke.

Fazit: „Polettos Kochschule – Mein Grundkurs für Einsteiger“ ist sehr hübsch anzusehen, bietet aber dem Einsteiger nur wenig Hilfe. Kochanfänger sollten deshalb besser auf ein Kochbuch zurückgreifen, das tatsächlich alltagstaugliche Gerichte vorstellt, deren Zutaten ohne großen Aufwand erhältlich sind. Die Profi-Tipps sind teilweise für den Anfänger unverständlich, hier hätten einfachere Tipps bessere Dienste geleistet. Weniger Hochglanz dafür einfachere Rezepte mit gebräuchlichen Zutaten hätten dem Buch mehr Praxisnähe verliehen. Für Kochprofis hingegen enthält das Buch wenig Neues. Liebhaber der italienischen Küche hingegen werden sicherlich an dem Buch Freude haben und neue Erkenntnisse gewinnen.

„Polettos Kochschule – Mein Grundkurs für Einsteiger“ von Cornelia Poletto ist im Verlag Zabert Sandmann erschienen, es hat 224 Seiten. Der Ratgeber ist etwas größer als ein normales gebundenes Buch und wiegt ca 1.000 Gramm.

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