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Herdhelden – Rezension

Wäre die durch zahlreiche Kochsendungen populär gewordene österreichische Köchin und Kochbuchautorin Sarah Wiener weniger bekannt, würde sich ihr Bekanntheitsgrad durch ihr neuestes Werk „Herdhelden: Mein ganz persönliches Österreich-Kochbuch“ immens erhöhen.

Für dieses gelungene Feinschmeckerpotpourri, in dem viel Persönlichkeit und Liebe steckt, unternahm Sarah Wiener eine Entdeckungstour durch ihre alte Heimat Österreich. Dem Leser wird das Wasser im Munde zusammenlaufen. Anschauliche großformatige Bilder zu den Rezepten lassen unsere Sinne erahnen, welch schmackhafte Ergebnisse sich hinter den von Sarah Wiener mit eigenem Feinschliff beschriebenen Rezepten verbergen. Das Repertoire umfasst deftige Speisen aus österreichischen Gasthäusern, Spezialitäten aus der wilden Natur, Bauernhofküche und Wiener Klassiker. Darüber hinaus wird den Süßwarenfans unter uns die Tradition der Wiener Zuckerbäcker nähergebracht. Mit den liebevollen Anmerkungen der Autorin in Comic-Sprechblasen hinsichtlich der Herkunft der Rezepte wird dieses Rezeptbuch zu einem echten Entertainment-Artikel.

Neben einer Mischung aus kräftigen, würzigen, leichten und süßen Speisen variieren auch die Anlässe, zu denen die Rezepte passen. Nicht nur zünftige Kost, sondern auch feine Küche, wie sie an der Wiener Hofburg Einzug hielt, findet in der kulinarischen Präsentation im Buch ihren Platz. Hausmannskost mit Pfiff sowie Festtagsmenüs für echte Gourmets begeistern gleichermaßen. Sarah Wiener setzt bei ihren Rezepten in diesem Buch auf frische regionale Produkte, soweit vorhanden. Marillen für die beliebten Marillenknödel sollten aus den Gärten der Bauernhöfe kommen, frischer Fisch aus den Bergseen, Gemüse oder Obst aus der Natur und Wild aus den Bergwäldern. Auch bei uns lässt sich das Frischeprinzip spielend umsetzen. Selbstverständlich fehlen die üppigen und unwiderstehlichen österreichischen Süßspeisen in diesem Buch nicht. Köstliche Strudelrezepte und Anregungen zu süßen Schupfnudeln locken garantiert auch jeden Kochmuffel an den Herd.

Herdhelden

Herdhelden

Die Rezepte wurden nicht einfach nur niedergeschrieben. Die Autorin hat sich dafür inspirieren lassen und österreichischen Kochprofis bei der Arbeit zugesehen in Gasthäusern, Almhütten und sogar im Stadtpalais von Wien. Hier fand sie ihre Herdhelden, die einen Teil des Buchtitels einnehmen. Darüber hinaus leistet dieses Buch einen echten Beitrag dazu, dass alte österreichische Kochrezept weiter überliefert werden und nicht verloren gehen.

Beim Lesen der kreativ beschriebenen Rezepte spürt man die Raffinesse, die jedem Gericht beiwohnt. Umso mehr ist man überrascht, dass die Zubereitung weniger kompliziert ist als erwartet, manchmal sogar mit ganz einfachen Mitteln erfolgt. Somit eignet sich dieses Kochbuch sehr gut auch für Küchenneulinge. Hält sich der Leser genau an die Rezeptvorgaben soll die Zubereitungszeit je nach Schwierigkeitsgrad der einzelnen Rezepte zwischen einer halben Stunden und zweieinhalb Stunden betragen.

Bleibt noch zu erwähnen, dass für den Druck des Buches umweltfreundliches Recycling-Papier verwendet wird.

Fazit:
Das Kochbuch „Herdhelden: Mein ganz persönliches Österreich-Kochbuch“ motiviert zum Kochen, macht Lust auf Genuss und ist gleichzeitig von hohem Unterhaltungswert. Traditionelle und moderne österreichische Küche werden hier wunderbar kombiniert. Wer mangels Zutaten nicht sofort eines der Rezepte ausprobieren kann, wird spätestens am nächsten Tag die Einkaufsläden oder gar Gutshöfe der Umgebung stürmen. Sarah Wiener stellt mit diesem Werk neben ihren kreativen Kochkünsten auch gestalterische Fähigkeiten unter Beweis.

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