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Das Kochgesetzbuch – Rezension

Das Kochgesetzbuch des beliebten Restauranttesters und Sternekochs Christian Rach ist für alle Hobbyköche eine Bereicherung. Auf 319 werden tolle Rezepte genau erklärt und hilfreiche Tipps tragen maßgeblich zum Gelingen bei. Die wichtigsten Kochgesetze sind vielleicht nicht wirklich eine Erleuchtung für versierte Hobbyköche, trotzdem gibt es viele Tipps, die wirklich brauchbar sind.

Das Sympathische an dem Konzept dieses Kochbuches ist, dass hier nicht nur einfach Rezepte erklärt werden. Christian Rach hat vielmehr eine wahre Philosophie daraus gemacht. Mit Hintergrundwissen gespickt, erfährt der geneigte Leser, warum zum Beispiel nur Garnelen aus Wildfang gekauft werden sollen. Hier wird also auch auf die Gesundheit der Leser geachtet, denn Zuchtgarnelen werden zumeist mit Antibiotika und anderen gefährlichen Stoffen behandelt, die man lieber nicht auf dem Teller hat.

Grundlegende Regeln werden ebenfalls erklärt, und auch wenn viele Leser vielleicht wissen, dass Nudeln niemals kalt abgeschreckt werden dürfen, gibt es sicherlich genauso viele Köche, die dies nicht wissen. Denn die Nudeln verlieren aufgrund der abgewaschenen Stärke die Fähigkeit, Soßen aufzunehmen. Gerade in die Küche von Müttern und Großmüttern haben sich viele Fehler eingeschlichen, die mit diesem Kochbuch korrigiert werden können. Früher glaubte man, dass Muscheln unbedingt gekocht werden müssten, damit sämtliche Keime abgetötet werden. Nur leider wird das zarte Muschelfleisch dann zäh und ähnelt eher Kaugummi.

Das Kochgesetzbuch

Das Kochgesetzbuch

Die Einfachheit der Rezepte mag anfangs etwas abschrecken, schließlich kennt fast jeder Hobbykoch Wiener Schnitzel und Krustenbraten. Doch in der Zubereitung liegt das Geheimnis. Denn sicher ist vielen Köchen das Problem bekannt, dass die Panade einfach vom Schnitzel fällt oder der Krustenbraten keine schöne Kruste aufweist. Die Beschreibungen gehen auch auf die Küchenausstattung ein, sodass niemand mitten im Kochvergnügen feststellen muss, dass etwas Wichtiges fehlt. Die Angaben sind leicht und verständlich, schnörkellos und präzise. Christian Rach setzt auf Qualität, die nachkochbar ist. Die Bilder der einzelnen Gerichte wirken ansprechend, ohne direkt zu vermitteln, dass sie nicht halb so schön in der eigenen Küche gelingen. Im Gegenteil, alles wirkt einfach, ohne eine gewisse Raffinesse vermissen zu lassen.

Viele Rezepte, die ein Hobbykoch scheut, sind ebenfalls detailgenau erklärt. Soße Hollandaise kaufen viele Menschen lieber als Fertigprodukt, da diese Soße mit Butter und Ei sehr gerne gerinnt. Mit den Tipps von Christian Rach lassen sich solche Klippen in der Kochkunst ganz leicht umschiffen. Deftige Hausmannskost wird etwas leichter und raffinierter zubereitet und aus aller Herren Länder werden einige Anleihen genommen. Dadurch gewinnen die Gerichte allerdings nur.

Besonders angenehm fällt auf, dass der Spaß am Kochen im Vordergrund steht. Nicht die ausgefallensten Gewürze und Zutaten machen ein Gericht perfekt, sondern der Koch selbst. Wer diese Regel beherzigt, wird mit dem Kochgesetzbuch von Christian Rach viel Freude haben.

Einfache Mittagessen, leckere Festmenüs und tolle Desserts lassen sich mithilfe dieses schönen Kochbuches wirklich einfach nachkochen. Ohne unnötigen Schnickschnack und unzählige Töpfe und Tiegel. Wer gerne kocht, um nachher ein wirklich leckeres Essen vorweisen zu können, ist mit diesem Kochbuch einfach nur gut beraten. Christian Rach beweist in diesem Kochgesetzbuch, dass ein Sternekoch auch ein bodenständiges Kochbuch schreiben kann, welches nicht nur im Regal verstaubt, sondern wirklich zum Nachkochen einlädt.

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