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Trend Slow Food – So gelingt die nachhaltige Küche

In Zeiten des Massenkonsums und Fast Foods sehnen sich immer mehr Menschen nach Entschleunigung und einem bewussten Umgang mit natürlichen Ressourcen. Dieser Aspekt bezieht sich auch immer öfter auf das Essen. Entsprechend positioniert sich der Foodtrend Slow Food klar gegen das Überangebot an schnellen und industriell veränderten Fertiggerichten, überteuerten ‚To go‘-Angeboten und Co. Mittlerweile hat sich eine weltweite Slow-Food-Bewegung entwickelt, die in Zeiten von kommerziellem Überfluss immer mehr Anhänger findet. Folgender Beitrag nennt die wichtigsten Fakten, wie bewusstes Kochen à la Slow Food funktioniert, um nachhaltige, ökologische und klimaverträgliche Lebensmittel zu unterstützen.

Die Philosophie der langsamen Essens

Im Fokus von Slow Food steht die Überzeugung, dass Essen ein ganz bewusster Genuss ist, der über den Tellerrand hinausschaut. Denn es geht nicht nur um das eigene Wohlbefinden durch naturbelassene Lebensmittel, sondern insbesondere um den Schutz von Umwelt und Tier. Während diese Aspekte in der Massentierhaltung untergehen, setzen sich mündige Konsumenten für eine Esskultur ein, welche Genussfaktor, Gesundheit, Natürlichkeit und Respekt vereint. Neben Aspekten wie geselligen, ausgedehnten Essensrunden steht eine verantwortungsbewusste Landwirtschaft und Fischerei sowie eine artgerechte Tierzucht im Vordergrund der Slow Food-Anhänger. Darüber hinaus werden saisonale und regionale Produkte favorisiert und das traditionelle Lebensmittelhandwerk sowie eine facetteneiche Geschmacksvielfalt vom Bauern nebenan neu inszeniert. Dabei sollen die Erzeuger einen fairen Preis für ihre Arbeit bekommen. Um ausreichend Transparenz zu ermöglichen, tauschen sich Verbraucher mit Produzenten und Händlern aus, sodass alle Parteien ihr Wissen weitergeben, um einen transparenten Ernährungsmarkt zu realisieren.

Slow Food

Slow Food ©iStockphoto/DGLimages

Tipps und Tricks rund um die Slow Food-Bewegung

Wer sich nicht einer Gemeinschaft bzw. lokalen Gruppen anschließen möchte, kann auch auf seine eigene Faust die Philosophie von Slow Food leben. Als Bezugsquelle eignet sich am besten ein Wochenmarkt, der regionale Produkte frisch vom Feld anbietet. Gleiches gilt für den bewussten Einkauf im Bio-Laden, allerdings sollte auch hier berücksichtigt werden, dass die Ware tatsächlich aus der Nähe kommt. Während günstige Bio-Produkte aus dem Discounter zwar allemal besser als konventionelle Ware zu Dumping-Preisen aus der Massenerzeugung einzustufen sind, ist der Umweltaspekt und das Tierwohl bei Demeter und Co. klar überlegen. Keine Frage, der Preis ist teilweise deutlich höher; wer allerdings bewusst wenig, dafür aber hochwertige Lebensmittel kauft, wird profitieren. Diesbezüglich ist der gesundheitliche Aspekt, der Genussfaktor und das ‚grüne‘ und ’soziale‘ Engagement zu nennen. Und genau hier setzt Slow Food an. In vielen Kühlschränken sind so viele billige Discounter-Produkte à la globalisiertem Fastfood aus bedenklicher Produktion enthalten, dass viele den Überblick verlieren und am Ende Essen wegschmeißen. Dies ist nicht nur moralisch äußerst bedenklich, weil dafür Tier sterben mussten, Massenware teilweise unter unfairen Arbeitsbedingungen hergestellt wird und viele Menschen Hunger leiden, sondern am Ende wird auch bares Geld ‚aus dem Fenster‘ bzw. in den Müll geworfen.

So gelingt ein bewusster, langsamer Genuss

Ist ein vertrauensvoller Einkaufsladen oder Bauernmarkt gefunden, heißt es bereits beim Einkaufen ‚mit allen Sinnen‘ genießen. Beim Kauf der Lebensmittel kann der Wert des einzelnen Produktes nämlich sinnlich – beispielsweise visuell – erfasst werden. Wer Bioware kauft, positioniert sich zudem klar gegen Gentechnik. Auch das neue Entdecken alter Kulturpflanzensorten ist Teil der Slow-Food-Bewegung, die in Zeiten einer globalisierten Lebensmittelwirtschaft unter den Tisch fallen. Entsprechend sind auch historische und traditionelle Aspekte rund um das Essen von Bedeutung. Und natürlich wird der eigentliche Genuss der frisch zubereiteten Speisen – fernab von Mikrowelle und Co. – in aller Ruhe zelebriert. Denn nicht nur in puncto Produktion gilt die Aussage ‚Qualität braucht Zeit‘. Und nicht zuletzt spricht das Nährstoffspektrum und das sinnliche Erlebnis beim Genuss aromatischer, regionaler und liebevoll zubereiteter Lebensmittel – im Gegensatz zu Dosenware oder Fastfood – klar für sich.